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Archive for Januar 2012


In Carl Michael Ziehrers Nachtschwärmer-Walzer op. 466, der für mich zu den 5 grossartigsten Kompositionen des Urwieners gehört, erklingt im Intro eine hinreissende Melodie, zu der das Orchester zu singen pflegt, was ich ja grundsätzlich nicht ausstehen kann. Ich finde es normalerweise schrecklich, wenn die Musiker beim Spiel den Mund aufmachen. Aber in diesem Fall ist das absolut passend, wie sie zur Melodie singen. Im Wortlaut:

Freunderl, was denkst du denn,
woll’n wir nach Hause geh’n,
oder wir bleib’n noch hier,
bist du dafür?
Bis dass der Tag erwacht
Und uns die Sonn‘ anlacht,
Freunderl, dann san mar z’Haus,
schlafen uns aus.

Ich hab mir den Spass draus gemacht, diese Melodie zu „isolieren“ und sie auf dem Klavier zu wiedergeben. Dass die zweite Hälfte, die ich an sich bewusst intensiver im Volumen interpretiert habe, der Anschlag ziemlich hart klingt, dürfte mit den Audioeinstellugnen zusammenhängen.

  

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Und nochmal ein wunderschönes Lied, das ich für mich auf dem Klavier interpretieren musste. Robert Stolz, ein meiner Meinung nach herausragender Ausnahmekomponist, der den Spagat zwischen klassischer Wiener U-Musik und der Musik des fortgeschrittenen 20. Jahrhunderts meisterhaft schlägt. Seine Melodien sind wahrhaftig unvergesslich.

Der Liedtext:

Träume von Liebe verwehen so bald,
Liebe wird immer mit Leiden bezahlt,
was man im Frühling einmal besessen,
kann im Herbst man nie vergessen.
Wenn auch dein Mund mir die Treue verspricht,
glaube mir, Liebling, ich glaube dir nicht,
ich ahn ja schon beim ersten Kuß
den Schluß:

Auch du wirst mich einmal betrügen,
auch du, auch du!
Auch du wirst mich einmal belügen,
auch du, auch du!
Drum schwör mir nicht Treue aufs Neue,
wozu? Wozu?

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Es ist eines meiner Lieblingslieder vom Ziehrer. Es stammt aus der weitgehend vergessenen Operette „Der verliebte Eskadron“ und ist hauptsächlich bekannt aus dem Walzer „Wiener Mad’ln“. Dort erklingt der Refrain im Intro. Typisch Ziehrer: Eine melancholiedurchdrungene Melodie mit wehmütigem Text, wie so oft eine gefühlvolle Ode an das heimatliche Wien und die Sehnsucht nach der heilen Welt von damals…
Ich hab mich gestern Abend ans Klavier gesetzt und versucht, das Lied so gut wie möglich zu wiedergeben. Ob es überhaupt Klaviernoten dafür gibt, respektive ob solche gehandelt werden, weiss ich nicht…

Und hier der Liedtext:

 

SIE
Tausend gold’ne Trauben reifen
schwer vom süssen Wein,
tausend Sterne nah zum Greifen
silberlichten Schein.
weiche Wiener Geigen singen
still vergnügt ihr Lied,
dass froh beschwingt
zum Herz es dringt
und zu den Sternen zieht.

Doch lobt der Wiener net das Heut‘,
er singt nur von der alten Zeit:

So schön wie’s einmal war,
so schön wird’s net mehr.
denkt man der gold’nen Jahr‘,
wird s’Herz gar schwer.
küsst euch, und schenkt euch ein,
trinkt Liebe und Wein.
so schön, wie’s einmal war,
kann’s net mehr sein.

ER
Lieder gab der Schubert Franz her
für sein‘ kargen Lohn.
und der Strauss schrieb seine Lieder
ohne Saxophon
ohne Grammophon und Radio
war’n sie populär
und jedes Lied noch heut‘ erklingt,
wie kommt das und woher?

Und klingt das Lied wie einst im Mai,
das Herz singt mit und denkt dabei:

BEIDE
So schön wie’s einmal war,
so schön wird’s net mehr.
denkt man der gold’nen Jahr‘,
wird s’Herz gar schwer.
küsst euch, und schenkt euch ein,
trinkt Liebe und Wein.
so schön, wie’s einmal war,
kann’s net mehr sein.

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