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Archive for März 2013


Ein interessanter und amüsanter Artikel im der heutigen Ausgabe des Tagesanzeigers widmet sich dem Wiener Dialekt und seinen Fluchauswüchsen.
Schade, wenn der Stadt dieses unflättige Kulturgut allmählich abhanden kommt. Moderne Flüche sind nicht halb so lustig.

 

Artikel aus dem Tagesanzeiger

Artikel aus dem Tagesanzeiger

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Wiener Lieder sind ja im Grunde sehr einfach. Doch kaum eine andere Muaikgattung ist trotz ihrer Einfachheit so ausdrucksstark wie das Wiener Lied. Es ist Leidenschaft, weckt die für den (echten!) Wiener typische Sehnsucht nach vergangenen Zeiten und ist trotz seiner Fröhlichkeit und Lebenslust voller versteckter Melancholie, die sich Strophe für Strophe mehr entfaltet.

Dies hier ist ein simples, altes Wiener Fiakerlied. Der Komponist ist unbekannt, es ist überliefert worden.

I hab halt zwa kohlschwarze Rappen,
san ein’gspannt in mein Jukkerwag’n.
A Freud‘ is’s, wie dö zwa nur trappen,
das kann i kan Mensch’n net sag’n.

I schrei Ho! I schrei Ho!
I schrei Hst! A-ha-ho!
I schrei Ho! I schrei Ho!
I schrei Hst! A-ha-ho!

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Das umstrittene Internet-Videoportal Gloria.tv agiert mit immer abstruseren und fragwürdigen Methoden, die sich scharf an der Grenze des Legalen bewegen. Die Betreiber wollen den Eindruck erwecken, dass das Portal von Moldawien aus betrieben wird. Es wird aber immer offensichtlicher, dass die Zentrale an der Quelle des Rheins, im Bünderland, liegt.

Erst würdigt Gloria.tv einen bekennenden Antisemiten und Homohasser, dann stempelt das Portal fünf kirchliche Würdenträger, deutsche Kardinäle und Bischöfe, mit dem Hakenkreuz, weil sie die von der katholischen Kirche als tabu geltende „Pille danach“ im Falle einer Vergewaltigung als gerechtfertigt erklären. Dies sind nur zwei der jüngsten Fehltritte dieser rechtsgerichteten, konservativ-katholischen Internetseite. Von Seriosität und Glaubwürdigkeit ist bei Gloria.tv schon lange keine Rede mehr.

Die Seite ist juristisch in Moldawien angesiedelt. Offenbar aber sitzen alle Drahtzieher in ein und derselben Gemeinde in der Schweiz: das beschauliche Tujetsch am hintersten Ende des Surselva. Dorfpfarrer Reto Nay ist Seelsorger in der Gemeinde und wird als Hauptgründer von Gloria.tv angesehen. Unterstützt in der Seelsorge und ebenso im Unterhalt von Gloria.tv wird Nay von Pfarrer Markus Doppelbauer aus dem oberösterreichischen Grieskirchen. Dessen Schwester Eva Maria Doppelbauer moderiert die täglichen Neuigkeiten auf Gloria.tv. Markus Doppelbauer gibt als Anschrift Cadruvi 4 an, das Sedruner Pfarramt. Mit im Boot sitzt die Rumänin Doina Buzut, gemeldet in Lugano, gemäss Handelsregisterauszug jedoch Zeichnungsberechtigte bei Gloria.tv mit der Anschrift Bahnhofstrasse 18 in Ilanz. Dabei handelt es sich offenbar um die Adresse von Reto Nays Eltern. Somit ist davon auszugehen, dass der eigentliche Sitz von Gloria.tv in der Schweiz liegt und dass die Inhalte auch dort produziert werden.

Nun kommt der Oberhirte des Bistums Chur ins Spiel: Bischof Vitus Huonder, von den unsäglichen Misstritten bei Gloria.tv in Kenntnis gesetzt, hat sich an Reto Nay gewendet und ihn aufgefordert, er soll den Hakenkreuz-Beitrag entfernen lassen und sich schriftlich davon distanzieren, worauf letzterer behauptete, er hätte keinen Einfluss auf die Beiträge der englischen Version von Gloria.tv (dort ist das Hakenkreuz-Video aufgetaucht), da „der rechtliche Sitz in Moldawien liegt“ (Stellungnahme von Bischof Vitus Huonder).

Reto Nay behauptete demzufolge, dass er „nichts weiter unernehmen kann“… Oder wohl besser gesagt: nicht will. Zwar betont Vitus Huonder, dass er es nicht dulde, dass Mitarbeiter in seinem Bistum volksverhetzendes Gedankengut verbreiten, und am Nachmittag des 11. März 2013 forderte der Bischof laut Medienmitteilung den Gloria.tv-Sitz in Moldawien auf, „sämtliche mit seiner Person im Zusammenhang stehende Audio- und Video-Beiträge sofort zu löschen und vom Server zu nehmen. Dies gelte insbesondere für alle Beiträge, die Verantwortliche von gloria.tv produziert haben. Der Grund sei, dass Gloria.tv einige seiner bischöflichen Mitbrüder in schwerwiegender Weise verunglimpft.“

Und jetzt täte Bischof Vitus Huonder gut daran, sich den Herrn Nay und seine Kumpanen vorzuknöpfen, denn er kann nicht die Augen davor verschliessen, dass Mitarbeiter in seiner nächsten Nähe für solche Scheusslichkeiten verantwortlich sind! Es kann mir keiner weismachen, dass Pfarrer Reto Nay nicht die Inhalte von Gloria.tv beeinflussen kann. Der Tujetscher Pfarrer hat seinerzeit auch auf dem abgeschalteten Portal Kreuz.net publiziert. Zudem hat sich abgezeichnet, dass auf der rechtswidrigen Internetseite damals zahlreiche hetzerische Beiträge anderer Urheber aus dem Bistum Chur veröffentlicht worden sind. Und immer blieb der Bischof untätig und distanzierte sich bestenfalls, anstatt aktiv zu werden.

UPDATE vom 13. März 2013: Pfarrer Reto Nay ist am Abend des 13. März von der Gemeinde Tujetsch fristlos entlassen worden.

UPDATE vom 15. März 2013: Meldung des Bistums Chur: „Der Bischof von Chur, Msgr. Vitus Huonder, hat mit Datum vom 15. März 2013 den Pfarradministrator von Tujetsch (Sedrun), sur Dr. Reto Nay, des Amtes enthoben.“ Markus Doppelbauer indes muss laut Medienmitteilung das Bistum Chur verlassen. Er wird von Bischof Wolfgang Haas vom Erzbistum Vaduz, dem Doppelbauer angehört, abgezogen.

UPDATE vom 18. März 2013: Noch am Abend seiner Amtsenthebung liess Pfarrer Reto Nay auf Gloria.tv eine Stellungnahme in Form eines Interviews veröffentlichen. Darin sieht er sich als Opfer einer „deutschen Hexenjagd“, welche von „zwei homosexuellen Aktivisten“ aus Deutschland eingeleitet worden sei (was übrigens nicht zutreffend ist, denn hinter der Bewegung stehen mehrere homo- und nichthomosexuelle Personen, die gemeinsam der unchristlichen Hetzterei rechtskatholischer Fanatiker Einhalt gebieten wollen). Selbst in diesem Interview distanziert sich der ehemalige Sedruner Pfarrer in keiner Weise von der Verwendung der Hakenkreuze im genannten Beitrag der englischsprachigen Gloria.tv-Version. Im Gegenteil: Nay rechtfertigt dieses Vorgehen mit haltlosen Argumenten und meint „wer die Tötung neu-gezeugter Kinder erlaubt, darf nicht zimperlig (sic!) sein“. Reto Nay stellt somit die Entfernung einer befruchteten Eizelle mit dem Mord an Millionen in einen Kontext.

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