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Archive for Oktober 2013


Ich war versucht, lediglich ein „befriedigend“ als Gesamtnote zu geben. Dies aus einem Grund: Es geht recht laut zu und her im Hotel und ums Hotel. Nun ja, letzteres bringt die Lage am Schwedenplatz nun mal mit, und das wusste ich. Dass aber am Sonntag in der Früh ein sehr lautes anhaltendes Geklirre und Geschepper durch die offene Küchentür in die Gänge dröhnt, fand ich nicht so dolle. Habe kaum mehr ein Auge zugetan. Es war einfach nur LAUT! 

Abgesehen davon hat mich das Hotel überzeugt. Aussen pfui (fade 60er-JAhre), innen hui, könnte man sagen. Standardmässig, aber liebevoll eingerichtet, sauber und gepflegt. Mein Zimmer hatte ein geräumiges schönes Bad und liess kaum was zu wünschen übrig. Das Personal ist freundlich, das Frühstücksbuffet ganz ordentlich mit allem, was es braucht. Preis war ganz angemessen. Die Lage ist ideal.

Ich würde das Hotel wieder buchen, jedoch Ohrenstöpsel einpacken zur Sicherheit.

Hotel Capricorno, Wien

Hotel Capricorno, Wien

Hotel Capricorno, Wien

Hotel Capricorno, Wien

Hotel Capricorno, Wien

Hotel Capricorno, Wien

Hotel Capricorno, Wien

Hotel Capricorno, Wien

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Ein Reisebericht

Zwei Wochen durch die entlegensten Gegenden der Erde tingeln und sich von unbeschreiblichen Naturlandschaften in Trance versetzen lassen – eine Schiffsreise durch das Nordmeer bringt den Passagier an Orte, die wohl zuvor noch kaum je ein anderer Mensch betreten hat.

Gemächlich und behutsam gleitet die «Fram» zwischen kargen Felsinseln an mächtigen Eisbergen vorbei. Mit dröhnendem Signalhorn kündigt sich der 114 Meter lange Hurtigruten-Expeditionskreuzer in Danmarkshavn an. Seit über vier Jahren hat es kein Besucherschiff mehr bis hierher geschafft, viel zu dicht ist normalerweise das Treibeis übers ganze Jahr vor der Küste Nordostgrönlands. Aber in diesem Herbst ist der Weg für Nicht-Eisbrecher frei. Danmarkshavn ist eine ganzjährig besetzte Wetterstation jenseits des 75. Breitengrades am Rande des unendlichen Niemandslands der grössten Insel der Erde. Erst wenige Menschen waren bisher hier – abgesehen von den Forschern.

Hurtigruten-Expeditionskreuzer "Fram"

Hurtigruten-Expeditionskreuzer „Fram“

Longyearbyen, Spitzbergen

Longyearbyen, Spitzbergen

Hierin liegt das Spezielle an dieser aussergewöhnlichen Seereise «Expedition Nordmeer» auf der «Fram»: Sie bringt ihre Passagiere an die entlegensten Orte der Welt, steuert Buchten und Küstenstreifen an, wo zuvor kaum je eine Menschenseele ihren Fuss hingesetzt hat. Und solche Flecken gibt es zuhauf im Nationalpark Nordost-Grönland, dem grössten Nationalpark der Erde, für dessen Betreten jährlich bloss wenige hundert Menschen die staatliche Bewilligung erhalten. Hurtigruten ist einer der wenigen Veranstalter, die Normalsterblichen den Besuch dieser kaum bekannten, atemberaubenden Region ermöglichen.

Eisberge in Ostgrönland

Eisberge in Ostgrönland

Eisbär in Ostgrönland

Eisbär in Ostgrönland

Gestartet zu ihrer grossen Reise durchs Nordmeer ist die auf entlegene Polargebiete spezialisierte «Fram» in Long­year­byen, dem Hauptort der Insel Spitzbergen, Teil des von Norwegen verwalteten Archipels Svalbard. Nach einer kulturell und historisch aufschlussreichen Stippvisite in der von russischen Bergwerksarbeitern dauerhaft bewohnten Siedlung Barentsburg am Isfjorden steuert der Kreuzer Ny-Alesund im Kongsfjorden an, eine der nördlichsten Siedlungen der Welt. Hier wandelt man unweigerlich auf den Spuren Roald Amundsens, der in Ny-Alesund im Jahre 1926 zu seinem legendären Nordpolüberflug gestartet ist.

Überwältigende Natur

Sprichwörtlich Ehrfurcht erweckend ist die Einfahrt in den Magdalenefjorden im äusseren Nordwesten Spitzbergens. Mächtige Berggipfel, zwischen denen sich ebenso mächtige Gletscher mit tiefblauen Fronten bis ans Meeresufer zwängen, säumen das wilde Grau-Smaragdgrün des Wassers. Und inmitten dieses Szenarios liegt Gravneset, ein alter Walfängerfriedhof, auf einer leicht erhöhten Halbinsel. Die wilde Natur am Rande der Erde birgt mehr Geschichte, als man denken würde, wie sich auch auf dem weiteren Verlauf der Reise zeigen wird. Doch allem voran geht die Natur, die sich in Regionen wie dieser je nach Wetterlage in fantastischen neuen Facetten präsentiert. Wenn es die Sicht erlaubt, lassen sich beispielsweise auf der kleinen Insel Moffen ganze Walrosskolonien, Robbenschwärme und allerhand Vögel beo­bachten. Das topfebene Eiland liegt bereits nördlich des 80. Breitengrades.

Trapperhütte in Hvalrossodden

Trapperhütte in Hvalrossodden

Eisberge in Ostgrönland

Nach einem Tag auf See trifft die «Fram» mit etwas Glück also in Danmarkshavn ein, von wo aus sich der Kreuzer in einer fantastischen und zuweilen fast surrealen Landschaft bewegt. Fjorde, einmal eng und zerklüftet, bald wieder weit und ausladend, unauffällige Buchten und Täler und immer wieder Eisberge von sagenhafter Grösse und in ebenso sagenhaften bizarren Formen und Farben. Auf ihrer Fahrt gegen Süden hält die «Fram» bei mehreren historischen Trapperhütten, wo die Geschichte der Arktis in dieser gottverlassenen Gegend schlagartig lebendig wird. Immer wieder sorgen Durchsagen von Expeditionsleiterin Anja Erdmann auf Deutsch, Englisch und Norwegisch für Aufregung: Nordlichtalarm, ein Robbenschwarm wird gesichtet, Delfine tummeln sich im eiskalten Wasser, eine Gruppe von Moschusochsen marschiert über den nächsten Felsrücken, oder ein Eisbär zottelt dem Ufer entlang auf der Suche nach Nahrung.

Flexibilität ist Trumpf

Das Reiseprogramm wird bewusst unter Vorbehalt angekündigt, denn es ist nie garantiert, dass eine geplante Anlandung mit den sogenannten Polarcirkel-Booten möglich sein wird, welche die Besucher gruppenweise sicher vom Schiff ans Ufer bringen. Die Expedi­tionscrew steht jeweils mit Flinten bewaffnet Wache, um jederzeit mögliche Attacken durch Eisbären abzuwehren. Die Sicherheit der Gäste steht über allem, und da wäre eine Anlandung bei zu rauer See oder zu starkem Tidenhub ein Risiko – und genauso, wenn sich ein ausgewachsener Eisbär am Ort der geplanten Anlandung breitmacht wie dieses Jahr in der Blomsterbukta. Als Entschädigung gibt es einmalige Fotomotive. Für die Expeditionsleiterin Anja Erdmann – sie macht diese Reise heuer zum dritten Mal mit – ist das eine angenehme Herausforderung: «Dann suchen wir eben nach Alternativen. Unsere Gäste zeigen sich da sehr flexibel und wissen, dass wir mit Unvorhergesehenem rechnen müssen.» Bei den Expeditionsreisen auf der «Fram» seien viele «Wiederholungstäter» dabei, so Erdmann. Leute, die bereits auf einer oder mehreren anderen Expeditionsreisen mit dabei waren, sei es in die Antarktis oder an der Westküste Grönlands.

Ittoqqortoormiit (Scoresbysund)

Ittoqqortoormiit (Scoresbysund)

MS "Fram" von Hurtigruten

Kaum erfasstes Seegebiet

Die Fahrt durch die verwinkelte Fjordlandschaft Ostgrönlands ist selbst für den erfahrenen Kapitän Arild Harvik eine Herausforderung. Seit zwei Jahren steu­ert der bei Kirkenes lebende Norweger, der seine Karriere 1968 als Deckboy begonnen hatte, die «Fram». Besonders die nördliche Ostküste Grönlands sei kartografisch noch sehr schlecht erfasst, erklärt Harvik. «Das bedeutet viel Arbeit für den Sonarpeiler und den Radar.» Und selbstverständlich auch für den Kapitän und seine restliche Mannschaft. Vor allem in kaum erfassten Fjor­den oder Buchten, wo zuvor noch nie ein grösseres Schiff war, ist höchste Vor­sicht geboten, man möchte ja nicht et­wa auf Grund laufen. Deswegen bewegt sich die «Fram» immer wieder nur sehr langsam durchs unerforschte Wasser.

Stilvolle und edle Ausstattung

Trotz Seitenstabilisatoren kann das raue Nordmeer schon mal mit mehreren Meter hohen Wellen das Fortbewegen auf dem Schiff zum Balanceakt werden lassen. Doch das gehört zu einer echten Seereise mit allem Drum und Dran. Auch an der «Fram» ist sonst alles dran. Obschon das Schiff im Gegensatz zu den Urlaubskreuzern, die primär auf Unterhaltung ausgelegt sind, mit dem Wesentlichen aufwartet, zeigt sich dies in sehr stilvoller und edler Ausführung. 128 komfortable Kabinen, darunter mehrere Suiten und zwei grosse rollstuhlgängige Aussenkabinen, bieten insgesamt 318 Passagieren Platz. Fitnessraum, Sauna und zwei Aussenwhirlpools sorgen für das physische Wohl. Eine kleine Boutique bietet zudem das Nötigste, falls für die Polargefilde etwas zu Hause vergessen gegangen ist. Über 70 Angestellte halten den Schiffsbetrieb verlässlich im Gange. Das «Herz» des Schiffes ist die riesige Panoramalounge mit Wohlfühlsesseln und komfortablen Sitzgarnituren auf dem siebten Deck. Auf drei Seiten geben Glasfronten den Blick auf die vorbeiziehende Landschaft frei.

Ein bisschen Island zum Schluss

Letzte Station auf Grönland ist das unaussprechliche Ittoqqortoormiit (dän. Scoresbysund), eine Siedlung mit gut 460 Einwohnern und mit den für Grönland typischen bunten Häuschen. Hier kann man den Inuit persönlich begegnen, die charmante Dorfkirche besuchen oder vom stimmungsvollen Gottesacker hoch über dem Dorf den Blick über die von Bergrücken gesäumten Bucht schweifen lassen. Hier mündet der Kangertittivaq, das grösste Fjordsystem der Welt, in die offene See.

Eisberg in Ostgrönland

Eisberg in Ostgrönland

Inuit in Ittoqqortoormiit

Während bald alle Passagiere mit zahllosen Eindrücken und ebenso zahlreichen Fotos nach Hause kehren, geht der Betrieb auf der nahtlos «Fram» weiter. Nach einer anschliessenden Kreuzfahrt zu den Färöern und nach Schottland kehrt sie ins norwegische Bergen zurück, um von dort aus ihre grosse Überfahrt nach Buenos Aires anzutreten. Die nächste Saison startet in Kürze. Dann zieht die «Fram» durch die unendlichen Weiten der Antarktis.

Grundarfjoerdur mit Kirjufell

Grundarfjoerdur mit Kirkjufell

Halbinsel Snaefellsnes, Island

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