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Archive for März 2014


Franz Lehár gehört zu meinen top Favoriten in der Sparte der leichten Unterhaltung. Der Mann war beispiellos schaffenskräftig und einfallsreich. Nur wenige Komponisten in der Geschichte haben eine vergleichbare Zahl an Melodien geschrieben, die den Status der Unsterblichkeit erlangt haben. Lehár war zudem besonders stark bei Walzern, weshalb ich hier 13 der für mich schönsten Beispiele auf Klavier gespielt und zu einem Bouquet zusammen geschustert habe.

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Wien, die alte Kaiserresidenz ist für mich der schönste Ort auf Erden. Ja, meine Liebe zur Walzerstadt ist nicht von dieser Welt. Wien, du Stadt meiner Träume. Rudolf Sieczynski, der Schöpfer des gleichnamigen Liedes, spricht mir aus der Seele. Und fast jeder, der schon mal in Wien war, bestätigt, wie schön es dort ist. Manch einer sagt jedoch: Wien wäre so wundervoll, wenn nur diese Wiener nicht wären. Es stimmt, dort laufen sie einem tatsächlich in jeder Gasse über den Weg, man kann es nicht  ändern (obwohl es angeblich ja gar keine echten Wiener mehr geben soll).

Und in der Tat sind sie ein spezielles Völkchen. Ihnen wird nicht selten Scheinfreundlichkeit,  Intriganz, Scheinheiligkeit oder gar eine gewisse Hinterhältigkeit nachgesagt. Nachdem ich nun mindestens 70. Mal in die Donaumetropole gepilgert bin, kann ich das auch ein bisschen bestätigen, zumindest aufgrund von ein paar Begebenheiten.

Da war beispielsweise diese redselige alte Wienerin im Alsergrund, die mich beim Besuch der Servitenkirche auf deren barocke Pracht ansprach, mich durch den Kreuzgang führte, über Jesus, den heiligen Peregrin und andere Patrone sprach und sich als sehr  gottesfürchtige und fleissige Kirchgängerin erwies. Sie redete auch über die Schönheit des Stadtbezirks Alsergund, die alten Häuser, die vielen Kirchen und lieblichen Gassen – und in der nächsten Sekunde sagte sie: «Wenn nur diese Neger da in der Rossau nicht wären!»

Eine andere Situation am Rennweg, eine beschauliche Achse mit prächtiger Architektur im dritten Bezirk. Wieder eine ältere Dame. Sie hält auf dem Trottoir inne und bekreuzigt sich weit ausholend und ehrfürchtig über die Strasse hinweg gegen die mächtige Salesianerinnenkirche hin. In diesem Moment wird die Kreuzschlagende von einer anderen älteren Dame beim Vorbeigehen berührt – eindeutig aus Versehen. Wild fuchtelnd, keifend und drohend wie eine gehässige Vettel fährt die Fromme die Ungeschickte an: «Ja, passens gefälligst auf, Sie!»

So tickt es eben, mein innig geliebtes Wien.

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Manche Flughäfen begrüssen die Ankommenden mit irgendwas Landestypischem. Zürich zelebriert dies geradezu. In der grossen Baggage-Claim-Halle prangen riesige Leuchtreklamen von Ulysse Nardin. Im Korridor dahin präsentiert sich Credit Suisse, da steht das Matterhorn, Roger Federer lächelt auch irgendwo von einem Transsparent, dann wieder Uhren – Parmigiani, Blancpain, Swatch … Swissness in Fülle. Der Besucher darf schliesslich ruhig wissen, wo er gelandet ist. Finde ich schön und sympathisch.

Immer wieder schleierhaft ist mir jedoch jene unmögliche Installation in der Skymetro, die das Dock Midfield mit dem Flughafen-«Festland» verbindet. Da grinst und schmutzt ein blondgezopftes, unheidihaftes Pseudo-Heidi von einer Monitorreihe in den Zug rein. In der entgegengesetzten Richtung schmeisst ein Fahnenschwinger mit einer Landesflagge um sich. Gut, das geht ja noch und hat an sich was Reizendes. Wenn da diese unheimliche akustische Einlage nicht wäre:  Kuhglockengebimmel wie aus dem Nichts, dann blökts, und bald folgt gar schauderhaft ein Naturjuutz, der sich schnell wieder verliert. «Unheimlich», denk ich mir da jeweils und beobachte die Leute: Die meisten von ihnen – grundsätzlich Ankommende aus dem Ausland – machen dann einen fast schon verstörten Eindruck, gucken sich fragend an, Kinder erleben einen Anflug von Angst. Sie kennen das ja kaum und können es sichtlich nicht einordnen. Wenn der Spuk vorbei ist, grinsen sie dann, bleiben aber ratlos. Ziel verfehlt, finde ich.

Ein bisschen anders machen es da unsere österreichischen Nachbarn. Bereits im Flieger, wenn das Anschnallzeichen erloschen ist, spielen die Austrian Airlines den «Ankunfts-Walzer» von Josef Lanner. Nun gut, ich mag möglicherweise der Einzige sein, der das überhaupt weiss, aber tut nichts zur Sache – es passt perfekt. Und es ist urcharmant! Auf dem Weg zum Ausgang begrüsst einen dann eine riesige Leuchtwand mit einer historischen Abbildung des Palais Liechtenstein. In der Gepäckhalle indes ziert ein überdimensionales Notenblatt mit einem Exzerpt aus Franz Lehárs «Lustiger Witwe» die Wand.

Mach ich mich jetzt zu einer Art Landesverräter, wenn ich frank und frei sage, dass so etwas einfach viel mehr Klasse hat als ein schauderhaftes Kuhglocken-Gejodel um ein Barbie-Heidi im U-Bahn-Stollen?

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