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Archive for Mai 2015


Vivaldi. Man kennt ihn für seine konzertanten Werke, allen voran die „Vier Jahreszeiten“. Was für ein brillanter Opernkomponist er aber war, zeigt sich bei der Inszenierung seines Dreiakters La verità in cimento“, dessen Uraufführung im Opernhaus Zürich am 25. Mai 2015 über die Bühne ging. Was für ein Erfolg!

Das unaufgeregte und somit besonders effektvolle Bühnenbild – eine Wohnung im Stil der 30er bis 50er Jahre -, die Sänger, das Orchester – alles von einer ungeheuren Stimmigkeit und Perfektion, so dass es sämtliche Erwartungen übertraf. Die Inszenierung von Jan Philipp Gloger raubt dem Image der Barockoper sämtlichen Muff. Ein besonders positiver Aspekt ist das auf einen Bruchteil der Gesamtgrösse des Bühnenraums reduzierte Bühnenbild. Die Handlung findet abgeschirmt von der schallschluckenden Höhe/Tiefe der Bühne statt. Somit breitet sich der Gesang der Protagonisten direkt in den Zuschauerraum aus und erhält ein überdurchschnittliches Volumen. Das Zusammenspiel mit dem überaus versierten Orchester La Scintilla war schlicht perfekt. Sowohl im Klang als auch im Timing. Alles in allem eine absolute Glanzleistung. Einzig bei Countertenor Christophe Dumaux in der Rolle des Melindo hat man generell etwas an Stimmstärke vermisst. Technisch aber erwies er sich wie alle anderen als wahrer Virtuose des barocken Gesangs.

Wirklich bedauerlich, dass das Opernhaus nicht ausgebucht war. Das Publikum war hingerissen und zollte den Mitwirkenden den lautstarken Beifall, den sie verdienen. Es sei jedem Opernfreund unbedingt (!!) empfohlen hinzugehen, insbesondere demjenigen, der eine Barockoper für einmal jugendlich-frisch und mit viel Humor erleben will – auch wenn das Ganze in dieser eigens für Zürich leicht abgeänderten Version mit Tod und Verzweiflung endet.

La Verita in Cimento, Premiere im Opernhaus Zürich

La Verita in Cimento, Premiere im Opernhaus Zürich

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Einige schöne Momente fürs Auge, und es waren teils gute und starke Stimmen dabei. Aus musikalischer Sicht war es unter dem Strich einmal mehr ein fader Einheitsbrei aus völlig nichtssagenden Liedern, von denen kein einziges im Ohr nachklingt. Einfach nur langweilig und grottenschlecht.

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