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Posts Tagged ‘café’


So typisch, so beschaulich, so wienerisch ist es, das Café Raimann. Eines der Kaffeehaus-Relikte der Wiener Vorstädte mit ungemeinem Charme. Mehrmals bin ich an ihm vorbeigekommen, aber jedesmal war es zu. Es muss jeweils ein Sonntag oder ein Feiertag gewesen sein, denn das Raimann ist von Montag bis Samstag täglich geöffnet. Für mich wars eine der schönsten Entdeckungen der letzten Zeit in der Wiener Gastronomie-Welt.

Alles über das Café Raimann gibts zu lesen auf –> Café Raimann.

 

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Es war mir fast peinlich, dass ich das Café Ministerium noch nicht kannte. Ich, der ich mich sowas wie „Kaffeehausexperte“ schimpfe und während meiner Wien-Aufenthalte zur Hälfte in den Kaffeehäusern lebe, habs noch nie ins Ministerium geschafft. Noch schlimmer: Ich habe nur davon gehört, dass es da am Stubenring noch ein weiteres Café geben soll. Somit wars bislang tatsächlich eher ein Mysterium für mich.

Naja, an den Wochenende ist es ja immer zu, und meist bin ich dann in Wien. Und am Georg-Coch-Platz kommt man ja auch nicht alle Tage vorbei, wenn man nicht grad in der Umgebun seinen Arbeitsplatz hat. Aber jetzt hab ich es endlich vollbracht und werde sicher wieder kommen. Wirklich ein feines Kaffeehaus, wo man gerne länger verweilt. Und endlich ist es auch bei Planet-Vienna vertreten.

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Es ist nicht das erste mal, dass es im Café Prückel zu einem unsäglichen Vorfall kommt, nämlich dass ein homosexuelles Paar des Lokals verwiesen wird, nur weil es sich zur Begrüssung geküsst hat. Soeben wieder geschehen mit zwei Frauen – ein Pärchen. Sie wurden dafür von einem der Ober gerügt und abschätzig behandelt, so die Nachricht. Nachdem sich die zwei Frauen bei der Kaffeehausleitung beschweren wollten, wurden Sie hinausgeworfen. Die Inhaberin, Christl Sedlar, gegenüber ORF: „Es war mehr als ein Begrüssungskuss. Man muss ja nicht öffentlich so zeigen, dass man zusammengehört.“ (Obwohl sie die Szene selber nicht gesehen hat!, Anm.) Frau Sedlar soll zudem gesagt haben, dass die Zurschaustellung der Andersartigkeit nicht in ein traditionelles Wiener Kaffeehaus gehöre, sondern in einen Puff. Und DIES ist der eigentliche Stein des Anstosses!

Dass man sich in einem Gastrobetrieb nicht abschlabbert, versteht sich von selbst. Und das gilt sowohl für Homos als auch für Heteros. Aber das steht hier nun mal nicht im Zentrum, zumal es gemäss Aussage der Betroffenen tatsächlich nicht mehr als eine Begrüssung war. Der Eklat besteht in der eindeutig homofeindlichen Gesinnung der alten Dame. Und wenn dem nicht so ist, dann soll Frau Sedlar hinstehen und die Sache öffentlich klarstellen.

Hausrecht hin oder her, mir war das Prückel immer sympathisch, und ich zählte es zu meinen bevorzugten Stammcafés in Wien. Aber nach diesem neuerlichen skandalösen Vorfall dieser Art überlege ich es mir zweimal, ob ich hier so schnell wieder einkehre und die hier herrschende Homofeindlichkeit und Arroganz unterstütze. Der Artikel zum Café Prückel auf Planet-Vienna.com erhält eine entsprechende Ergänzung.

Schämen Sie sich, Frau Sedlar !! Und genau so soll sich der betreffende Ober schämen.

 

Update: Am Freitag, 16. Jänner, kam es zu einer grossen Protestkundgebung vor dem Kaffeehaus. Hier ein Video dazu:

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Nirgends lässt es sich unter vielen Menschen so schön alleine sein wie in einem Wiener Kaffeehaus. In einem echten. Und damit meine ich eines, welches sich den angelesenen Kenntnissen eines Touristen entzieht. Ein Café also, in dem man vorwiegend die einheimische Bevölkerung trifft. Und mich.

Ich kann mich wiederholt mit Leidenschaft in stundenlangem Kaffeehaus-Hopping üben, erst recht wenn der Himmel weint. Was ich da so beobachte, ist eh heiter genug. Köstlich, wenn sich nebenan zwei ältere Damen mit Pelzhut aus der Wiener Vorstadt auf die wunderbar abgenutzte Sitzgarnitur aus den 50er-Jahren sinken lassen und bei einem kleinen Braunen und Esterhazy-Torte mit Schlag über alles schimpfen, was sonst keinen interessiert. Die Wiener sind nämlich nur zufrieden, wenn sie was zu raunzen haben. Unweit davon ein Herr mit altmodischer Kleidung, vor ihm seit zwei Stunden dieselbe Tasse Kaffee, aus welcher er alle 15 Minuten einen kleinen Schluck nimmt, ohne dabei hinter seiner Zeitung hervorzublicken, welche fein säuberlich auf den Bugholzhalter aus dem vorigen Jahrhundert gespannt ist.

Besonders köstlich: die Szene neulich im Café Korb – eine Raucherhölle zwar, aber die Schnitzel sind ein Gedicht. Am Nachbartisch lässt sich ein jüngeres Pärchen nieder. Keine Wiener, aber Österreicher (Wiener sind keine Österreicher, sondern Wiener!). Von ihren Vorgängern steht noch sämtliches benutztes Geschirr auf dem Tisch. Beide fangen an, den Tisch freizumachen, indem sie alles auf den Nachbartisch rüberstellen. Und dann kommt der Herr Ober, siehts und herrscht die beiden an: «Des is mei Tschopp, des moch i scho söba!» Die beiden ganz perplex und hilflos, weil der Meinung, sie hätten nichts Falsches getan. Herr Ober aber beharrt darauf, dass das Abräumen des Tisches nicht in der Kompetenz der Gäste liegt und zieht grantig mit ein paar leeren Tassen ab.

Das Beispiel demonstriert auf deutliche und zumindest für mich höchst amüsante Weise, dass die alteingesessenen Ober in einem klassischen Wiener Kaffeehaus bis zum heutigen Tage eine besondere Spezies geblieben sind. Sie sagen, wo es lang geht in ihrem Reich. Der Gast wird bestenfalls geduldet, und – wenn er dem ehrwürdigen Personal aus irgendeinem Grund nicht sympathisch ist – höflichst ignoriert. Aber das war eben schon immer so, und so soll es auch bleiben. Auch wenn schon so manch Unkundiger rat- und sprachlos ob des Obers Reaktion das Weite gesucht hat mit der Überzeugung, hier bestimmt nie wieder nicht bedient werden zu wollen.

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