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Betrachtung eines Kunstwerkes

schultze

Wiederholt ist dieses Gemälde im Dorotheum in Wien angeboten worden unter dem Titel „Am Sankt Gotthard in der Schweiz“. Ein klassisches Beispiel dafür, dass selbst renommierte Auktionshäuser sich nicht immer die nötige Zeit nehmen, die Betitelung von Gemälden, die ihnen angeboten werden, seriös zu überprüfen. Jeder, der schon mal auf dem bekanntesten aller Alpenpässe war, sieht auf Anhieb, dass es sich nicht um den Gotthardpass handeln kann, der als wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Alpen gilt.

Was Carl Schultze (1856-1926) hier gemalt hat, ist in Tat und Wahrheit das Stilfser Joch, der 2757 Meter hohe Alpenpass knapp an Schweizer Grenze, der das Veltlin mit dem Vinschgau verbindet. Wir sehen das Hotel Ferdinandshöhe. Im Vordergrund erkennt man den Kaiser-Franz-Joseph-Obelisken von 1888, der um 1925 schliesslich auf den höchsten Punkt der Passstrasse verbracht worden ist. Im Hintergrund auf der Anhöhe ist wohl der Vorgängerbau der Tibet-Hütte zu sehen.

Schultze hat hier mit Sicherheit eine historische Fotografie, respektive Postkarte als (Teil-)Vorlage für sein sehr gekonnt ausgeführtes Ölgemälde auf Holz genommen. Nicht nur wegen dem Wagen, sondern auch wegen dem Hintergrund lässt sich darauf schliessen (siehe Bild unten). Selbst die Holzstämme am Strassenrand und den nicht näher definierten Kubus beim Obelisken hat er in sein Gemälde übernommen.

Bildschirmfoto 2018-10-28 um 22.33.51

Carl Schultze ist in Düsseldorf geboren und gehörte folglich der Düsseldorfer Schule an. Nach seiner akademischen Ausbildung unternahm er mehrere Studienreisen, unter anderem auch durch die Alpen. Dabei entstanden zahlreiche Landschaftsgemälde aus Österreich, Italien und der Schweiz.

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Wunderschönes Wiener Lied aus der Operette „Deutschmeister“ von Carl Michael Zieher.

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Würde ich eine Reise ins Wien des ausgehenden 19. Jh. machen können, wäre er der erste, den ich aufsuchen und um ein Autogramm und mehr bitten würde: Carl Michael Ziehrer ist das menschgewordene Wien. In keiner Musik lebt die Stadt so authentisch in Klang auf, wie in derjenigen vom Ziehrer. Der sympathische Mann hat meine allerhöchste Verehrung.

Ein spontaner Schnellschuss war meine Idee, 22 seiner schönsten Walzer aus dem riesigen Oeuvre zu picken und auf dem Klavier in eigenen Versionen wiederzugeben. Das Resultat gibt’s bei Youtube.

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Es ist eines der wenigen Lieder aus der Operette „Die drei Wünsche“ von Carl Michael Ziehrer, das man heutzutage noch da und dort kennt und hört. Und der Text ist bestimmt einer der komischsten aus der Operettenwelt. Man stellt sich da so einen richtigen Hungerhaken vor, fein und zerbrechlich, der aber rabiat und gewalttätig werden kann. Naja, wenn an dem Ort kein Gras mehr wächst, wo die Leopoldin hintritt? Besonders köstlich ist die Stelle, wo sie in der Hochzeitskutsche plötzlich nicht mehr auffindbar war, dann aber aus irgend einer Spalte hervorkommt und aus der Kutsche herausfällt. Hier der Text:

Meine Frau war die „Dine“, die Leopoldine,
Die hatt‘ eine wahrhaft bezaubernde Miene,
Die Augen wie Kohlen, wie Kirschen der Mund,
Das G’sichterl recht freundlich, voll Grieberl und rund,
Die Waderln recht stramm, die Fusserl so klein,
Die Handerl sauber, schlank und fein.
Zum Anbeissen lieb sah wirklich sie aus,
Nur eines, ich mach‘ kein Geheimnis daraus:

So dünn, dünn war die Leopoldin.
Dünn, dünn, wie a Bleistift so dünn.
Wie die Zündhölzer, wie die Stricknadeln,
Wie die Spinnweben, wie zum Einfadeln,
Wie die Zwirnsfaderln dünn war die Leopoldin.
Ja dünn, dünn… (Refrain wiederholt)

Als wir zu der Kirche uns hinführen liessen,
Um dort für das Leben den Bund zu beschliessen,
Befiel bei der Ankunft uns alle ein Schreck:
Die Braut war verschwunden, die Braut, sie war weg!
Wir suchten hin, wir suchten her,
Der Platz, wo sie sass, der Platz, der war leer.
Da plötzlich, entsetzlich, da rührt sich was drin.
Wer stürtzt aus dem Wagen? – Die Leopoldin!

So dünn, dünn…

Trotzdem sie so dünn war, die Leopoldine,
Hat sie eine Kraft g’habt wie eine Maschine.
Zu seh’n war sie ohne Fernrohr nur schwer,
Dafür aber spürte ich sie umso mehr.
Die Handerl klein und gustios,
Die konnten kratzen – grandios!
Die Fusserl so reizend, von zierlichem Mass,
Wenn die wo hintraten, da wuchs lang kein Gras.

Trotzdem:

So dünn, dünn…

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