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Ein unschätzbar wertvolles Biedermeier-Gemälde, das Zuger Landleute auf der Heimkehr zeigt, befindet sich irgendwo in Privatbesitz. Ein Künstler aus Cham (Schweiz) hat das Bild «nachgebaut» – als Intarsie.

Der Beitrag vom 26. November 2013 handelte von einem Gemälde des Wiener Biedermeier-Malers Ferdinand Georg Waldmüller (1793–1865), das eine Gruppe Zuger Trachtenleute auf der Heimkehr von der Ernte zeigt. In den 1960er-Jahren war der damalige Zuger Stadtbibliothekar Hans Koch (1907–1987) auf das Gemälde aufmerksam geworden und wünschte sich, dass es irgendwann in seine Zuger Heimat finden würde. Dies ist leider nie geschehen. Das Waldmüller-Gemälde von 1844 wird vom Auktionshaus Sothebys als «Spitzenwerk» bezeichnet und hat einen geschätzten Wert von über einer halben Million Franken. Es befindet sich heute in Privatbesitz – irgendwo auf der Welt.

Ferdinand Georg Waldmüller - "Heimkehr von der Ernte"

Das Original von Waldmüller: „Heimkehr von der Ernte“

Aber jetzt hat der Kanton Zug seine eigene Version des Waldmüller-Werkes «Heimkehr von der Ernte am Zugersee». Es ist mit 60 x 90 Zentimetern sogar eineinhalb mal so gross wie das Original. Im Gegensatz zu diesem ist es jedoch nicht Öl auf Holz, sondern – Holz auf Holz! Der Chamer Intarsien-Künstler Erich Zihlmann hat keinen Aufwand gescheut, das Ölgemälde so authentisch wie nur möglich als Holzeinlegearbeit «nachzubauen». Und das Resultat ist schlicht und ergreifend überwältigend. So detailreich und zuweilen fotografisch genau Waldmüllers Maltechnik war – alles ist im Werk des Chamers wiedergegeben. Jeder Stein, jeder Busch, Pupillen, Augenbrauen … selbst das kleinste Teilchen im Bild besteht aus Holz. Da gibt es keinen Tupfen Farbe, geschweige denn ein holzfremdes Füllmaterial.

«Das Bild und die Geschichte dahinter haben mich nicht losgelassen», sagt Zihlmann, der ein Flair für historische Sujets hegt. «Ich habe mir ausgiebig Gedanken gemacht, wie ich eine Umsetzung als Intarsie angehen könnte.» Er liess sich ein Poster in der gewünschten Grösse anfertigen, welches ihm als leitende Vorlage diente, und machte sich ans Werk. Nach insgesamt «nur» 100 Stunden aufwendiger Feinarbeit lag der fertige Holz-Waldmüller vor. Er enthält Teilchen, die Zihlmann mit Arztskalpellen bis auf einen zehntel Millimeter genau zugeschnitten und eingepasst hat. «Für mich war es das erste Mal, dass ich ein Gemälde dieser Art in Holz gearbeitet habe», sagt der 41-Jährige. Neben der Detailvielfalt war die Farbgebung eine weitere grosse Herausforderung für den Holzkünstler. Für die Ockertöne der Umgebung und erst recht für die farbenprächtigen Trachten der Zuger Landleute musste Zihlmann Holzsorten finden, deren natürlicher Farbton und Textur dem gemalten Original so nah wie möglich kommen. Voraussichtlich bis Ende Juni ist das beeindruckende Waldmüller-Furnierintarsienbild von Erich Zihlmann im Einkaufszentrum Neudorf in Cham ausgestellt. Es befindet sich im ersten Schaukasten an der Wand im Durchgang gleich neben der Postfiliale.

Erich Zihlmann ist gelernter Schreiner, arbeitet aber seit einigen Jahren bei der Post Cham. Doch seine Liebe zur Arbeit mit Holz ist ungebrochen. Zihlmanns Intarsien entstehen somit nebenberuflich in seinem Atelier in Cham. Das Handwerk hat er autodidakt erlernt. Er erinnert sich: «In der Schreinerlehre musste ich einmal ein Schachbrett anfertigen. Das war ausschlaggebend, und da hats mir den ‹Ärmel reingenommen›.» Man könnte sagen, dass der Chamer zu einer aussterbenden Spezies gehört. Denn die Intarsienkunst hatte in Europa vor allem im Barock und Rokoko ihre Hochblüte, weshalb es Intarsienfachleute heutzutage nur noch sehr wenige gibt. Und meistens seien es ältere Leute, die keine Nachfolger haben, erklärt Zihlmann. Schön, dass durch den Chamer das faszinierende Handwerk auch von einer jüngeren Generation gepflegt wird.

Erich Zihlmann ist gelernter Schreiner, arbeitet aber seit einigen Jahren bei der Post Cham. Doch seine Liebe zur Arbeit mit Holz ist ungebrochen. Zihlmanns Intarsien entstehen somit nebenberuflich in seinem Atelier in Cham. Das Handwerk hat er autodidakt erlernt. Er erinnert sich: «In der Schreinerlehre musste ich einmal ein Schachbrett anfertigen. Das war ausschlaggebend, und da hats mir den ‹Ärmel reingenommen›.» Man könnte sagen, dass der Chamer zu einer aussterbenden Spezies gehört. Denn die Intarsienkunst hatte in Europa vor allem im Barock und Rokoko ihre Hochblüte, weshalb es Intarsienfachleute heutzutage nur noch sehr wenige gibt. Und meistens seien es ältere Leute, die keine Nachfolger haben, erklärt Zihlmann. Schön, dass durch den Chamer das faszinierende Handwerk auch von einer jüngeren Generation gepflegt wird.

Näheres zum Künstler: http://zihlmann-intarsien.ch

Erich Zihlmann, Intarsienkünstler aus Cham ZG

Erich Zihlmann, Intarsienkünstler aus Cham ZG, mit seinem „nachgebauten“ Waldmüller-Bild

 

 

 

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