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Am Silvesterabend gehts wieder rund. Dass hinter diesem Feiertag eine der wichtigsten Figuren des frühen Christentums steht, wissen wohl die wenigsten. Gedanken zum morgigen Feiertag.

Andreas Faessler (Neue Luzerner Zeitung, 30.12.2015)
Zu Silvester knallen die Korken, vergnügt und heiter taumelt man ins neue Jahr. Der Begriff «Silvester» erweckt in den Köpfen allein deshalb wohl primär die Assoziation mit Ausgelassenheit, Feuerwerk, Sekt – oder je nachdem auch einem tölpelhaften Trickfilmkater.  Wer aber würde beim Kauf von Böllerschüssen – 120 Millionen Euro wurden 2015 allein in Deutschland dafür aus-gegeben –, Chipstüten und Flaschen mit sprudelndem Inhalt je an einen  wichtigen Papst denken, unter dessen Pontifkat das Christentum eine bedeutende Wende erlebte? Der 31. De-zember ist Namenstag Papst Silves-ters I. (†335), 33. Bischof von Rom. Seine Amtszeit dauerte 21 Jahre, so lange wie keine andere zuvor. Unter Silvester machte das Römische Reich innert kurzer Zeit eine grundlegende Glaubensentwicklung durch.
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Konstantin und der Papst
Erst noch unter Kaiser Diokletian nämlich erlebte Rom im Jahre 303 sein letztes, doch blutigstes Kapitel der Christenverfolgung. Zu der Zeit amtete Silvester als Priester und war zuweilen gezwungen, im Exil auf dem Monte Soratte ausserhalb Roms zu leben. Unter Kaiser Konstantin verbesserte sich die Situation der Christen in Rom. Spätestens ab 312 entsagte Konstantin selbst weitgehend den bisher ausgeübten heidnischen Kulten und wandte sich dem Christentum zu. Die Rolle des Papstes aber war auch noch nach dem Toleranzedikt von Mailand im Jahre 313  wenig bedeutend für den Herrscher, da er nicht zum Kreis seiner kirchlichen Berater gehörte. Zu einer Synode in  Arles im Jahre 314 lud Konstantin mehrere Bischöfe ein, den neu gewählten Papst Silvester jedoch nicht. Das Christentum war jetzt zwar ein offi ziell erlaubtes Bekenntnis in Rom, doch erst das Konzil von Nicäa anno 325, im Rahmen dessen Christus als wesensgleich mit Gottvater defniert und der  Arianismus somit besiegt wurde, war grundlegender Wegbereiter für das Christentum als vorherrschende Religion der Römer. Papst Silvester nahm nicht teil, er wurde von Bischof Ossius  von Córdoba vertreten.
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Verherrlichung durch Legenden
Ein Legende erzählt, dass Silvester Kaiser Konstantin von einer Krankheit geheilt und ihn getauft habe, worauf dieser alle heidnischen Tempel in Rom  verriegeln liess. Ausserdem soll Silvester in einem langen Disput zwölf Rabbiner vom Christentum überzeugt und zur Bekehrung veranlasst haben. Diese Überlieferungen entbehren sämtlicher Grundlagen, befeuerten jedoch die Bedeutung und die Verehrung Silvesters nach dessen Tod soweit, dass die päpstlichen Kanzleien im 9. Jahrhundert gar ein Dokument herausgaben, das als Zeugnis der «Konstantinischen Schenkungen» in die Geschichte eingegangen ist. Darin heisst es, dass Konstantin Papst Silvester die Stadt Rom und den gesamten christlichen Okzident zum Eigentum gegeben hatte. Das Dokument wurde zwar als gefälscht entlarvt, beweist aber, dass dem hl. Papst Silvester in der Kirchengeschichte sehr hohe Bedeutung zugemessen wird.
 
Es ist aber tatsächlich gesichert, dass Kaiser Konstantin als grosszügiger Förderer des Christentums in Erscheinung trat. Er überliess der Kirche kaiserliche Einrichtungen und stiftete den Bau der heute noch grössten Kirchen in Rom, namentlich die Petersbasilika, St. Johann im Lateran und St. Paul vor den Mauern. Papst Silvester weihte sie ein. Rom veränderte sein Aussehen in baulicher Hinsicht schnell und nachhaltig. Das Christentum hatte in Rom über das Heidentum gesiegt. Silvester I. sorgte dafür, dass auch die «neuen» Christen das von der Kirche vorgesehene geordnete Leben leben und die Sitten und Gebote einhalten. Silvester war folglich der erste Papst, dessen Ableben nicht als Märtyrertod galt. Er starb am 31. Dezember 335 und wurde in den Priscilla-Katakomben bestattet. Die Kirche San Silvestro in Capite in Rom ist dem Heiligen geweiht.
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Der Patron der Haustiere
Sein Todestag hat Silvester, zu Deutsch etwa «der im Wald lebt», zum Namensgeber für das Jahresende gemacht. Seine Verehrung ist nicht besonders verbreitet, Darstellungen des hl. Silvesters sind vergleichsweise selten. In der Zentralschweiz etwa finden wir aber ein besonders schönes Beispiel: Der Altar in der Johanneskapelle von Ottenhusen in der Gemeinde Hohenrain weist eine eindrückliche Figurengruppe auf. Neben der Gottesmutter mit Kind stehen da der hl. Eligius und der hl. Silvester. Letzterer im päpstlichen Ornat mit Tiara und Stab. Dass man diese Statue in einer Kapelle mitten auf dem Land findet, ist insofern naheliegend, als Silvester als Schutzherr der Haustiere, also auch von  Vieh, gilt. Einer anderen Legende zufolge nämlich soll Silvester einen Ochsen  wieder zum Leben erweckt haben, nachdem dieser von einem jüdischen Magier getötet worden war. Deshalb wird Silvester oft mit einem Ochsen oder Stier zu seinen Füssen dargestellt. Manche Abbildungen zeigen ihn auch mit einer Muschel oder einem gefesselten Dra-chen, der das Heidentum symbolisiert,  welches unter Papst Silvester I. seinen Untergang in Rom erlebte. Aufgrund seines Todestages ist der hl. Silvester gleichermassen Patron für «ein gutes neues Jahr» geworden.
Wenn also morgen Abend rund um den Globus die Korken knallen, Böller am Himmel explodieren und Millionen von Menschen ausgelassen ins neue Jahr prosten, so steht doch hinter dem ganzen Trubel ein allseits bekannter Name, der an sich eng mit der Verbreitung des Christentums in Verbindung steht.
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Statue Papst Silvesters I. in der Johanneskapelle zu Ottenhusen bei Hohenrain.

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Am 1. Jänner wird Zubin Metha zum fünften Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dirigieren. Seit geschlagenen 50 Jahren arbeitet das Wiener Orchester eng mit dem gebürtigen Inder (*1936) zusammen. Das Konzert wird laut Angaben der Philharmoniker eine Würdigung an den Dirigenten sein.

Eine ganz besondere Würdigung jedoch vermisse ich am Neujahrskonzert 2015, wo ja zuweilen Geburts- oder Todestagen von Komponisten mit einem ihrer Werke gedacht wird. 2015 jährt sich der Todestag eines der grössten französischen Komponisten des U-Musik-Genres: Emile Waldteufel (1837-1915) hat eine beachtliche Zahl an Walzern, Polkas und Märschen geschrieben, von denen viele den Werken aus Österreich das Wasser reichen können. Eine kleine Würdigung an Waldteufel an diesem Neujahrskonzert wäre schön gewesen. Angeblich war ursprünglich die „Valse Triste“ von Jean Sibelius (1865-1957) anlässlich dessen 150. Geburtstages geplant gewesen. Diese Nummer wurde jedoch durch die Annen-Polka von Strauss Jun. ersetzt. Wegen Unstimmigkeiten mit dem Verlag, hiess es.

Obschon das Programm mindestens fünf Werke umfasst, die überhaupt zum ersten mal im Rahmen eines Neujahrskonzerts gespielt werden, ist die Werkwahl nur mässig aufregend, geschweige denn diversifiziert. Bis auf Franz von Suppé und (erstaunlicherweise) abermals Hans Christian Lumbye beschränkt sich alles auf die Strauss-Familie. Kein Joseph Lanner diesmal und erneut kein Carl Michael Ziehrer. Immerhin werden einige weniger bekannte Kompositionen gespielt. Lediglich mit den Dorfschwalben, Perpetuum Mobile, Wein, Weib,Gesang un der Annen-polka gibt es je eine populäre Darbietung, abgesehen von den Standardzugaben (Donauwalzer, Radetzky-Marsch). Dennoch: Dieses Programm verspricht keine wirklichen Höhepunkte. Schade. Ich hätte da Zubin Metha etwas mehr Kreativität und Einfallsreichtum zugetraut. So viele verpasste Chancen…

Am Neujahrskonzert 2015 werden gespielt:

1. Franz von Suppé  – Ouverture “Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien” … Mit einer Ouvertüre wird das Neujahrskonzert eröffnet. Gute Idee und schön, dass es sie von einem Komponisten ist, der an den Neujahrskonzerten selten zu hören ist… Franz von Suppé hatte sich allein mit seinen zahlreichen Ouvertüren einen Namen gemacht. Viele von ihnen haben nichts an Bekanntheit verloren, während das dazugehörende Bühnenwerk heute so gut wie vergessen ist. Dazu gehört auch das zweiaktige Lustspiel „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“ aus dem Jahre 1844. Die Ouvertüre dazu ist voller Leidenschaft und hingebungsvoller sowie sehr lebendiger Melodien aus der Anfangszeit der goldenen Operettenära.

2. Johann Strauss Sohn – Märchen aus dem Orient; Walzer op.444 … Und weiter gehts mit dem Walzerkönig und einem eher weniger bekannten Walzer… Widmungskompositionen brachten den Urhebern nicht selten hochbegehrte Orden ein. Johann Strauss war regelrecht scharf auf diese Auszeichnungen. Er nutzte die Gunst der Stunde und widmete dem Regenten von Konstantinopel, Sultan Abdul Hamid-Khan, zu dessen 50. Geburtstag diesen hinreissenden Walzer. Die Uraufführung erfolgte am 27. November 1892 im Musikverein. Der Beifall war so gross, dass Strauss den Walzer dreimal wiederholen musste. Strauss hat den erwarteten Orden zwar erhalten, aber erst drei Jahre nach der Uraufführung.

3. Josef Strauss – Wiener Leben; Polka op.218 … Die reizende Polka hat Josef Strauss für einen grossen Maskenball am 18. Februar 1867 im Etablissement Schwender geschrieben, welcher unter dem Motto „Wiener und Pariser Leben“ stand. Die Bälle bei Schwender waren jeweils sehr gut besucht, und die grossen Räumlichkeiten boten mehreren tausend Personen Platz. Das Werk erhielt vorerst keine besondere Aufmerksamkeit, aber später – vor allem im Sommer selben Jahres – tauchte es immer wieder in den Programmen auf.

4. Eduard Strauss– Wo man lacht und lebt; Polka op.108 … Der „schöne Edi“ war das „Schlusslicht“ im Dreierteam der Strauss-Söhne. Seine Opus-Liste konnte sich nie mit derjenigen von Johann oder Josef messen. Dennoch hat Eduard ein bemerkenswertes Talent zutage gebracht und eine Reihe hinreissender Kompositionen hingezaubert. Darunter zahlreiche Schnellpolkas, die es wahrlich in sich haben. Diese hier gehört dazu. Sie ist eine weitgehend vergessene, entstanden im Jahre 1873.

5. Josef Strauss – Dorfschwalben aus Österreich; Walzer op.164 … Einer von Josefs berühmtesten une meistinterpretierten Walzern. Zu Recht, besticht das Werk doch als bezauberndes Tongedicht von Anfang bis Schluss. Dem Walzer zugrunde liegt höchstwahrscheinlich das gleichnamige Buch von August Silberstein. Es ist ein Band mit lauter Dorfgeschichten, charakteristisch und das Gemüt der Landbevölkerung wiedergebend. Das Buch war im deutschsprachigen Raum sehr erfolgreich. Josef Strauss holte seine Inspiration zu seinem Walzer aus den kleinen, heiteren Gschichterl’n. Den Walzer widmete Strauss selbstverständlich dem Herrn Silberstein. Josef Strauss‘ Dorschwalben aus Österreich ist eines der deutlichsten Beispiele an Kompositionen, in denen der biedermeierliche Wiener Ländlerstil und der hochentwickelte Wienerwalzer miteinander meisterhaft verschmelzen. Am 6. September 1864 wurde der Walzer im Volksgarten uraufgeführt.

6. Johann Strauss Sohn – Vom Donaustrande; Polka op.356 … Die Operette „Carneval in Rom“ wurde 1873 uraufgeführt. Es war das Jahr der grossen Weltausstellung. „Vom Donaustrande“ hat Johann Strauss aus Melodien der Operette zusammengestellt. Um sie in Verbindung mit der Weltausstellung zu bringen und nicht mit der Handlung der Operette, verpasste er der Polka diesen Titel. Am 6. April 1873 wurde die Polka an einem Jubiläumskonzert – 50 Jahre Strausskapelle – uraufgeführt. Der Erfolg war riesig.

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7. Johann Strauss Sohn – Perpetuum mobile („ein musikalischer Scherz“); Polka op.257 … Dieser „musikalische Scherz“ oder auch „charakteristisches Fantasiestück für Orchester“ ist eine besonders populäre Nummer des Walzerkönigs. Rasant, neckisch und gar mit viel Schalk nimmt er indirekten Bezug auf die technische Konstruktion, die sich aus eigenem Antrieb, also ohne externe Energiezufuhr, unendlich lange bewegen soll. Der Bezug ist insofern indirekt, als Strauss damit auf einen wahren Ballmarathon im Januar 1861 anspielt. Gleich drei Bälle in Folge, nacheinander geleitet von jeweils einem der drei Strauss-Brüder, mit über 50 Tänzen katapultierten das tanzwütige Wien in einen wahren Festrausch. Nonstop-Tanz, unaufhörliche Bewegung, oder eben auf gut Latein „perpetuum mobile“. Johann Strauss sah sich nach diesem Dreifachball animiert, rückblickend darauf diese Schnellpolka zu komponieren. Uraufgeführt wurde sie am 4. April 1861 in Schwenders Casino in Rudolfsheim. Zwar hielt sich das Interesse an dieser Komposition im damaligen Wien nicht lange. Dafür ist es heute umso beliebter.

8. Johann Strauss Sohn – Accelerationen; Walzer op.234 … Die Strauss-Brüder waren sehr an den technischen Entwicklungen ihrer Zeit interessiert und haben so manche Aspekte daraus in ihre Kompositionen einfliessen lassen. Der Walzer „Accelerationen“ ist ein solches Beispiel. „Akzeleration“ ist ein Begriff aus der Physik und bedeutet Beschleunigung. Und entsprechend hat Strauss den Walzer arrangiert. Schneller werdend im Hauptmotiv und dann wieder rallentierend in späteren Partien. Alles fein aufeinander abgestimmt. Einer Anekdote zufolge soll Strauss die Idee zu diesem Walzer spontan auf der Rückseite einer Speisekarte notiert haben. Strauss hat dies nie bestätigt, aber auch nicht abgestritten. Fakt ist, dass er den Walzer für den Technikerball am 14. Februar in den Sofiensälen geschrieben hat.

9. Johann Strauss Sohn – Elektro-magnetische Polka; op.110 … Es ist ein Frühwerk des jungen Johann, uraufgeführt am ersten Technikerball am 11. Februar 1852 ebenfalls in den Sofiensälen. Analog zu den Accelerationen kommt hier Johanns Interesse an der Naturwissenschaft zum Ausdruck. Da der Elektromagnetismus damals noch nicht vollends erforscht war, mag er besondere Faszination auf die Gesellschaft ausgeübt haben.

10. Eduard Strauss – Mit Dampf; Polka op.70 … Auch Eduard teilte die Vorliebe für technische Angelegenheiten. Seine Schnellpolka bezieht sich sinngemäss auf eine Dampfmaschine, genauer auf eine Lokomotive. Das Sujet war zu jener Zeit besonders beliebt. Zahlreiche Kompositionen wurden der faszinierenden Kraft des Damfes gewidmet. Schon Joseph Lanner hat mit seinem Dampf-Walzer das Thema musikalisch aufgegriffen.

11.Johann Strauss Sohn – An der Elbe; Walzer op.477 … Es war der letzte Konzertwalzer Johanns, erschienen beim Seeling-Verlag in Dresden. Mehrmals war Strauss in Dresden, als er auf Konzertreise war. Daher darf dieser Walzer wohl als Widmungskomposition an den Fluss verstanden werden. Die genauen Hintergründe zur Entstehung dieser Komposition sind jedoch nie bekannt geworden. Die Uraufführung erfolgte nicht etwa in Dresden, sondern an einem Benfizkonzert am 28. November 1897 im Wiener Musikverein. Dirigiert wurde das Konzert zwar vom Bruder Eduard, aber für die Präsentation von „An der Elbe“ stieg Johann flugs selbst aufs Dirigierpodest. Der Walzer erntete Begeisterungswellen, verschwand in den Jahren danach jedoch von der Bildfläche und erlebte erst knapp 100 Jahre später sein Revival.

12. Hans Christian Lumbye – Champagner-Galopp; op.14 … Schon wieder? Die war doch bereits im Neujahrskonzert von 2010 im Programm. Lumbye hat bei Gott genug komponiert, das es wert ist, in Wien zu Neujahr aufgeführt zu werden! Wie einfallslos und unverständlich. Wie auch immer, schön ist sie alleweil, die Champagner-Galoppe, flott und hinreissend. Der symphatische Däne dirigierte sie zum letzen Mal eigenhändig im Jahre 1873. Sitzend, da altersgeschwächt.

13. Johann Strauss Sohn – Studenten-Polka; op.263 … 1862 organisierten die Studenten Wiens den ersten Studentenball. Ziel war es, die Finanzierung der Krankenversorgung für Studenten zu ermöglichen. Die Mission gelang, es zeigten sich auch Personen aus dem Hochadel gewillt, die Studenten zu unterstützen. Für den Ball erhielten sie gar die Erlaubnis, ihn in den kaiserlichen Redoutensälen in der Hofburg abzuhalten. Am 24. Februar 1862 also stieg das grosse Fest. Diese Polka war einer von zwei Beiträgen Johanns für diesen Anlass. Die Melodien dieser Polka gehen auf populäre Studentenlieder zurück.

14. Johann Strauss Vater – Freiheits-Marsch; op.226 … Vater Strauss kommt doch noch zu Ehren im offiziellen Programm, wenn auch „nur“ mit einem Marsch. Und dieser gehört sicher nicht zu seinen glanzvollsten Würfen. Man hätte ruhig an dieser Stelle noch etwas Grösseres vom Strauss-Vater wählen können! Der Marsch dürfte im Zusammenhang mit den Revolutionswirren um 1848 entstanden sein. Mehr ist nicht bekannt.

15. Johann Strauss Sohn – Annen-Polka; op.117 … Schade, dies ist ein Allerwelts-Gassenhauer von Strauss. Etliche Male schon gehört am Neujahrskonzert. Müsste wirklich nicht sein, auch wenn die Polka noch so reizend ist. Geschrieben anlässlich des Namenstages der hl. Anna (26. Juli), führte Johann Strauss diese Komposition am 24. Juli 1852 an einem Waldmusikfest im Prater auf, zu dem der Komponist neben allen anderen explizit die Damen mit dem Namen Anna einlud. Die Polka gefiel so sehr, dass sie etliche Male wiederholt werden musste. Sie ging als eines der populärsten Werke des Komponisten in die Geschichte ein.

16. Johann Strauss Sohn – Wein, Weib und Gesang; Walzer op.333 … Hier haben wir einen der berühmtesten Walzer Johanns, der auch heute noch zu den meistaufgeführten gehört. Er ist so schön und grossartig arrangiert, dass er immer mal wieder einen Platz verdient am Neujahrskonzert. Ähnlich wie der Donauwalzer hat Strauss „Wein, Weib und Gesang“ als Chorwerk für den Wiener Männergesangsverein komponiert. An dessen „Narrenabend“ am 2. Februar 1869 im Dianabad-Saal wurde der Chorwalzer uraufgeführt und begeistert angenommen. Das Publikum war so hingerissen und tobte vor Freude, dass die Aufführung mehrmals unterbrochen werden musste. Erstmals rein orchestral wurde der Walzer am 16. März selben Jahres an einem Promenadenkonzert im Pester Redoutensaal aufgeführt. Das Werk ist noch heute eines der meistinterpretierten des Walzerkönigs.

17. Eduard Strauss– Mit Chic; Polka op.221 … Ein reizendes Kleinod von Eduard zum Schluss des offiziellen Programms. Selten gehört und somit ein netter Abschluss.

Es folgen als Zugabe die Explosions-Polka op.43 , ein Frühwerk von Johann Strauss Sohn, und wie jedes Jahr „An der schönen blauen Donau“ und der Radetzky-Marsch.

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