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Posts Tagged ‘stephansdom’


Steht eine ältere Frau mit Kopftuch – dem Anschein nach aus Osteuropa – am Ausgang des Stephansdoms. Ihr lautstarkes Betteln hallt bis ins Schiff hinein. Wenig später ist sie nicht mehr zu hören; sie steht draussen an der Dommauer, raucht eine Zigarette und tippt auf ihrem Handy rum.

Dann kommt einem an der Herrengasse ein eher schäbig gekleideter Mann mittleren Alters entgegen, führt einen freundlich wedelnden Strassenmischling mit sich und bittet in breitem Wienerisch um Kleingeld.

Wem von beiden würden Sie etwas spenden?

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Heute Samstag, 14. Juni 2014, war erneut der Tag, an dem sich die selbsternannten „Familienschützer“ aus der fundamentalkatholischen rechten Ecke neben dem Stephansdom versammelten, um sich kollektiv der allgemeinen Lächerlichkeit preis zu geben. Als Gegendemo zur alljährlich stattfindenden Regenbogenparade – ein Anlass, der nichts als dem Frieden und dem friedlichen Zusmmenleben von Menschen aller Couleur dient. Der Sprecher der fundamentalistischen Katholiban hiess eine Gruppe glatzköpfiger Neonazis aus Košice herzlich willkommen und dankte ihnen für die Unterstützung. Dies bedarf wohl keines weiteren Kommentares…

Doch wie auch schon vergangenes Jahr schenkte kaum jemand den hetzerischen Parolen der Fundis ein Ohr, ausser die Teilnehmer aus den eigenen Reihen. Was für ein Trauerspiel. Würde der Stephansdom weinen können, hätte er es getan. Grundsätzlich lief alles ähnlich ab wie im vergangenen Jahr (hier nachzulesen).

Katholiban in Wien

Fundamentalistische Katholiken in Wien

Katholiban in Wien

Fundamentalistische Katholiken und willkommen geheissene Rechtsradikale in Wien

Katholiban in Wien

Fundamentalistische Katholiken in Wien

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Der Wiener Stephansdom ist nicht einfach eine grosse Kirche mit ihren „üblichen“ Funktionen. Er ist eine Schatztruhe voller Geheimnisse und birgt eine Vielzahl an Kuriositäten, deren Bedeutung nur Eingeweihten bekannt ist. Wer weiss denn beispielsweise schon, dass an der Hauptfassade des Doms je ein männliches und ein weibliches Geschlechtsteil dargestellt ist und zwar vollplastisch. Jawohl, unter den Heidentürmen prangen ein Penis und eine Vagina. Selbstverständlich nicht so explizit gemeisselt, dass man es als Betrachter gleich wahrnimmt.

Die Portalanlage wird von je einer Doppelsäule flankiert, die bis auf halbe Höhe unter die beiden Rundfenster reichen. Ihren Abschluss finden die beiden Säulen in einem Phallus (links) und einer Vulva (rechts). Diese Zeichen sind für eine christliche und erst recht für eine katholische Kirche höchst ungewöhnlich. Historiker deuten die beiden Doppel-Rundpilaster als die Säulen Jachin und Boas. Sie entsprechend somit den beiden das Portal flankierenden Säulen des Tempels in Jerusalem, welche von König Salomo in Auftrag gegeben worden waren. In den Dombauhütten war es bei Freimaurern Tradition, diese Symbolik aufzugreifen als Zeichen der Berufsnachfolge.

Die Genitalien am Ende der Säulen gehören allerdings nicht zu dieser salomonischen Symbolik. Die Geschlechtsdarstellungen bedeuten vielmehr das männlich-aktive und das weiblich-passive Prinzip. Die genaue Absicht des Baumeisters scheint nicht überliefert und lässt deshalb Raum für Mutmassungen und Interpretationen. Aber es ist reichlich erheiternd, an einer erzkatholischen Kirche zwei so freizügige Symbole vorzufinden.

dom_phallus

Salomonische Säule am Stephansdom mit Phallus-Darstellung

dom_vulva

Salomonische Säule am Stephansdom mit Vagina-Darstellung

 

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