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Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2017 wartet mit einer Neuheit auf – Dirigent Gustavo Dudamel gibt sein Neujahrskonzert-Debut, und er ist mit seinen 35 Jahren der jüngste, welcher am 1. Jänner im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins je den Takt angab. Man darf gespannt sein, auch wenn Eduard Strauss und Joseph Lanner dieses Jahr fehlen. Das Programm ist ungewöhnlich, wirft vor allem zu Beginn Fragen auf, enthält aber viele rare Perlen. Vielleicht für einmal sogar  zu viele… Es fehlen ein zwei Standard-Strauss-Walzer, weshalb heuer die Gefahr besteht, dass einem grossen Teil des Publikums der punktuelle Wiedererkennungswert fehlt.
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Am Neujahrskonzert 2017 werden gespielt:

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1. Franz LehàrNechledil Marsch aus „Wiener Frauen“

Bereits das letztjährige Neujahrskonzert wurde mit einem Marsch eines Vertreters der Silbernen Ära der Wiener U-Musik eröffnet. Macht das jetzt Schule? Es ist schön und gut, wenn Unbekanntes seinen Platz hat im Programm, doch mit etwas Vertrautem zu Beginn holt man das Publikum mit Sicherheit besser ab. Abgesehen davon ist der Nechledil Marsch alles andere als ein kompositorisches Meisterstück. Er passt ins Repertoire einer Dorf-Blaskapelle, aber gehört nicht an den Anfang des berühmtesten Konzerts der Welt. Dieser Marsch aus der Operette „Wiener Frauen“ ist ein Frühwerk Lehárs und verfügt bei Weitem nicht über die Qualitäten dessen späteren Schaffens.

 

2. Èmile WaldteufelLes Patineurs; Walzer op. 183

Auch die zweite Nummer im Programm erstaunt mich. Der grosse Waldteufel wurde seit Anbeginn der Neujahrskonzerte nie beachtet – bis 2016. Und jetzt ist er gleich wieder im Programm?  Selbstverständlich freut mich das riesig, er ist einer meiner Lieblingskomponisten. Es ist jedoch eine weitere unerwarete, und daher an dieser Stelle etwas befremdlich wirkende Parallele zum letztjährigen Konzert. Heuer ist Waldteufel mit den „Schlittschuhäufern“ vertreten, seiner bedeutendsten Komposition, einer der berühmtesten Walzer aller Zeiten. Er wird zigtausendfache Aha-Erlebnisse hervorrufen, denn nur wenige kennen den Meister hinter dem unverkennbaren Walzer. Waldteufels Opus 183 stammt aus dem Jahre 1882 und ist dem Schauspieler Ernest Coquelin gewidmet. Er ist ein Meisterwerk, wunscherschön, mitreissend und eingängig. Diese Wahl hätte allerdings seinen Platz später im Programm kriegen sollen. Der Überraschungseffekt wäre so viel grösser.

 

3. Johann Strauss (Sohn)S’gibt nur a Kaiserstadt, s’gibt nur a Wien; Polka op. 291

Eine der besonders beliebten und reizvollen Polkas von Strauss Sohn, oft gespielt, immer erheiternd. Vor allem der Mittelteil ist an Liebreiz kaum zu übertreffen. Im Oktober 1864 führte Johann Strauss diese Polka erstmals auf, als er im Russischen Pawlowsk weilte. Den Titel entlehnte Strauss einem Duett aus dem Singspiel „Aline“ von Adolf Bäuerle, in dem es im Refrain heisst „Ja nur ein‘ Kaiserstadt, ja nur ein Wien“. Diese Phrase wurde zu einer populären Parole im Wiener Volksmund. Strauss‘ Opus 291 existiert ferner auch als Lied unter dem Namen „Wienerwaldlerchen“.

 

4. Josef StraussWinterlust; Polka op. 121

Eine heute sehr selten gespielte, amüsante und lebendige Polka. Vermutlich wurde sie erstmals am Strauss-Ball vom 3. März 1862 im Diana-Saal aufgeführt. Die Schnellpolka imitiert in ihrem Hauptthema eine flotte Schlittenfahrt durch eine reizende Winterlandschaft. Über die Nachwirkung ist wenig bekannt, vermutlich verschwand die Polka bald in den Archiven und ging vergessen. Schön, dass sie hier in neuer Frische erklingt.

 

5. Johann Strauss (Sohn)Mephistos Höllenrufe; Walzer op. 101

Dieser anmutige, berauschende Walzer mit dem furiosen Intro war auch 1995 im Programm des Neujahrskonzerts unter Zubin Mehta. Strauss dürfte in Hochform gewesen sein, als er die Höllenrufe komponierte. Er schrieb sie für ein „Festival mit Feuerwerk und Musik“ im Volksgarten am 12. Oktober 1851. Das Konzert an diesem wundervollen Herbsttag war mit über 3000 Besuchern vollkommen ausverkauft. Der Walzer wurde begeistert aufgenommen und musste dreimal wiederholt werden. Das Spannende an diesem Walzer ist, dass er als Frühwerk von Strauss teils noch die Charakteristik der Altwiener-Musik aufweist, jedoch bereits gepaart ist mit der typischen Schani-Handschrift, was die Entwicklung des Wiener Walzers durch Strauss Sohn deutlich aufzeigt.



6. Johann Strauss (Sohn)So ängstlich sind wir nicht!; Polka op. 413

Es ist schön, dass wir hier das Konzertstück hören, das unter anderem auf dem berühmten gleichnamige Couplet aus dem 2. Akt der Operette „Eine Nacht in Venedig“ basiert, denn man kennt die Melodie an sich nur gesungen von den Frauen des Senators. Diese Polka war eines von sechs Exzerpten der Operette, welche Strauss nachträglich als Orchesterstück arrangierte. Die Polka wurde in der Karnevalszeit von 1884 vielfach aufgeführt.

 

—— PAUSE ——

 

7. Franz von SuppéOuvertüre zu „Pique Dame“

Franz, der Vater der Goldenen Wiener Operette und Meister der Ouvertüren, kommt hier zu Ehren. Sehr sympathisch. Viele seiner Ouvertüren, wie auch diejenige zur Operette „Pique Dame“, sind phänomenal aufgebaut und entfalten in ihrem Verlauf einen ungeheuren Charme. Diese Komposition wäre die bessere Wahl für den Auftakt des Konzerts gewesen, ist aber am Beginn des zweiten Teils auch gut platziert. „Pique Dame“ aus dem Jahre 1864 ist heute ein weitgehend vergessenes Bühnenwerk, aber die Ouvertüre ist umso populärer.

 

8. Carl Michael ZiehrerHerrreinspaziert!; Walzer op. 518

Die Verantwortlichen haben scheinbar begriffen, dass ein Zieher regelmässig ins Wiener Neujahrskonzert gehört. Das freut mich wahnsinnig! Mit Opus 518 kommen wir in den Genuss eines der bekanntesten Ziehrer-Walzer, der zu Recht auch heute noch immer wieder aufgeführt wird. Und wenn ihm die Wiener Philharmoniker jetzt noch zusätzliche Popularität verleihen – umso schöner. Danke! Der Walzer zitiert Motive aus der weitgehend vergessenen Operette „Der Schätzmeister“. 1904 im Wiener Carltheater uraufgeführt, haben sich immerhin einige Höhepunkte daraus erhalten und sind mittlerweile neu eingespielt und publiziert worden. Das Lied „Herrreinspaziert“, nach welchen der Walzer benannt ist, gehört dazu.

 

9. Otto Nicolai – „Mondaufgang“ aus der Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“

Der gebürtige Ostpreusse ist der „Exot“ im diesjährigen Programm. Warum er gespielt wird, liegt auf der Hand, und das hat durchaus seine Berechtigung: Nicolai ist faktisch der Gründer der Wiener Philharmoniker. Am 28. März 1842 dirigierte er in der Hofburg das erste Konzert des Orchesters, welches unter der Bezeichnung „Wiener Philharmoiker“ zum bedeutendsten Orchester der Welt werden sollte. Mit dem träumerisch-verklärenden „Mondaufgang“ aus dem 3. Akt von Niolais bekanntester Oper wirds sphärisch und besinnlich im Goldenen Saal. Es singt dazu der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

 

10. Johann Strauss (Sohn)Pepita-Polka; op. 138

Diese kleine, neckische Polka widmete Strauss der gefeierten Spanischen Tänzerin Pepita d’Oliva (1834-1868), welche im Sommer 1853 im Carltheater auftrat. Das Publikum war so verzaubert von ihr, dass es in der Folge mehrere „Olé“- und „Pepita-Feste“ in Wien gab. Strauss lässt hier spanische Harmonien einfliessen. Eine selten gehörte Komposition von Strauss Junior. Schöne Wahl.

 

11. Johann Strauss (Sohn)Rotunde-Quadrille; op. 360

Und gleich nochmal eine fast vergessene Trouvaille aus dem Oeuvre von Strauss Junior. Hinter dem Titel steckt eine Reihe an Pleiten, Pech und Pannen. Er bezieht sich auf die Weltausstellung von 1873, welche unter einem schlechten Stern stand. Wetterpech, der grosse Börsenkrach, fehlende Besucher, eine Choleraepidemie… der Grossanlass endete schliesslich in einem finanziellen Desaster. Die architektonische Hauptattrakation der Weltausstellung war die so genannte Rotunde, ein gigantischer Rundbau mit 108 Metern Durchmesser und einer Höhe von 84 Metern, ausgeführt mit der allerneusten Technik und umgeben von einer Vielzahl an Ausstellungspavillons. Strauss war nicht sehr erpicht, sich im Rahmen dieser „schwierigen“ Weltausstellung engagiert zu zeigen. Dennoch zimmerte er aus Motiven seiner Operette „Carneval in Rom“ eine Quadrille zusammen, welche er nach dem monumentalen Rundbau benannte. Im Frühling 1873 führte Strauss sie erstmals im Prater auf. Das Schicksal meinte es jedoch nicht gut mit der Rotunde: Am 17. September 1937 brannte sie vollständig nieder. Vermutlich war die Qaudrille lange vor der Rotunde aus Augen und Sinn der Menschheit verschwunden. Umso schöner, erlebt diese rare Preziose hier eine Reinkarnation.

 

12. Johann Strauss (Sohn) – Die Extravaganten; Walzer op. 205

Da wurde offenbar tief in der Kiste mit selten aufgeführten Strauss-Werken gegraben. Opus 205 hört man heutzutage kaum noch. Mit dem Titel drückt Strauss die „extravaganten“ neuen Formen in den einzelnen Walzerpartien aus, welche aus damaliger Sicht sehr fortschrittlich und noch ungewohnt anmuteten. Der Walzer kam bei seiner Uraufführung am Juristenball im Januar 1858 aber sehr gut an – trotz missbilligender Kritik von Eduard Hanslick. Strauss selbst war nachweislich stolz auf sein zukunftsweisendes Werk, das mit Fanfarenstössen festlich eröffnet und bald zum ausserordentlich lebendigen Hauptthema übergeht.

 

13. Johann Strauss (Vater)Indianer-Galopp; op. 111

Die Hintergründe zu dieser flotten Galoppe sind delikat. 1839 wurde in Wien ein indisches Tanzensemble erwartet. Kaum jemand wusste überhaupt etwas über diese exotischen Gäste, weder woher genau sie kamen, noch über ihre Kultur. Als man die „Inder“ ankündigte, verbreitete sich in der Bevölkerung wie ein Lauffeuer die Kunde, dass „Indianer“ in die Stadt kommen. Diese „Indianer“ waren flugs in aller Munde, und auch Johann Strauss Vater wusste es nicht besser und komponierte aus gegebenem Anlass die Indianer-Galoppe. Diese hat in ihrer Charakteristik aber rein gar nichts zu tun mit indischen, geschweige denn „indianischen“ Klängen, sondern erinnert eher an Musik aus der Puszta. Aber für den Reiz der Komposition ist dies völlig irrelevant. Schön, dass Strauss Vater auch heuer zum Zug kommt mit einer solchen Rarität.

 

14. Josef StraussDie Nasswalderin; Mazurka op. 267

Diese liebliche Mazurka im gemächlichen Ländler-Stil ist den damals armen Bewohnern der Nasswald-Region im Rax-Gebirge gewidmet. Um die Armut des Holzfällervolkes zu lindern, gründete der Schriftsteller August Silberstein ein Hilfswerk. Nasswalder wurden regelmässig nach Wien eingeladen. So war am 27. Februar 1869 eine Gruppe Nasswalder zu Gast im Grossen Zeisig. Da erschien Josef Strauss mit einigen Musikern und führte diese Mazurka auf. Die Gäste aus dem Rax fühlten sich geehrt. Durch den karitativen Charakter dieses Werkes hat es auch aus heutiger Sicht eine besondere Bedeutung inerhalb des Konzertprogrammes.

 

15. Johann Strauss (Sohn)Auf zum Tanze!; Polka op. 436

Eine kleine, nette Polka, wenn auch nicht besonders spektakulär. Strauss hat sie eigens für einen Ball geschrieben, den er am 3. März 1888 bei sich zu Hause in seinem Palais an der Igelgasse 4 gab. Geladen waren rund 100 Gäste mit Rang und Namen. Strauss benannte die Polka nach dem gleichnamigen Gedicht von Ludwig Ganghofer, welchem das Stück gewidmet ist. Man hört die Polka heute fast nur noch im Rahmen der posthumen Strauss-Operette „Wiener Blut„. Dort erklingt sie im dritten Akt. Schön, dass sie in diesem Rahmen hier wieder einmal als alleinstehendes Werk aufgeführt wird.

 

16. Johann Strauss (Sohn)Tausend und eine Nacht; Walzer op. 346

Es ist bemerkenswert, dass an dieser Stelle mit Opus 346 das erste und an sich einzige „Standard-Werk“ von Strauss Sohn steht. Vielen Zuhöreren dürften hier erstmals vertraute Strauss-Töne zu Ohren kommen. Wenns nur nicht zu spät ist… Es ist ein zeitlos bezaubernder Walzer mit Motiven aus der gleichnamigen Operette.

 

17. Johann Strauss (Sohn)Tik-Tak. Polka schnell, op. 365

Und zum Schluss noch ein sehr populäres Stück, die Tik-Tak Polka war 2012 zum letzten Mal Teil des Neujahrskonzerts – ebenfalls als letzte Nummer des offiziellen Programms. Strauss arrangierte einige Themen aus der Operette „Die Fledermaus“ zu dieser lebendigen Polka. Sie wurde am 11. September 1874 an einem Konzert im Volksgarten uraufgeführt.

 

18. (Zugabe) Eduard StraussMit Vergnügen. Polka schnell, op. 228

Gut, immerhin kommt der „Jubliar“ in einer Zugabe noch zu seinen verdienten Ehren. Die Polka ist eine nette kleine Perle des oft zu Unrecht vernachlässigten Strauss-Bruders.

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Wie jedes Jahr schliesst das Konzert mit „An der schönen blauen Donau“ und dem Radetzky-Marsch.

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So typisch, so beschaulich, so wienerisch ist es, das Café Raimann. Eines der Kaffeehaus-Relikte der Wiener Vorstädte mit ungemeinem Charme. Mehrmals bin ich an ihm vorbeigekommen, aber jedesmal war es zu. Es muss jeweils ein Sonntag oder ein Feiertag gewesen sein, denn das Raimann ist von Montag bis Samstag täglich geöffnet. Für mich wars eine der schönsten Entdeckungen der letzten Zeit in der Wiener Gastronomie-Welt.

Alles über das Café Raimann gibts zu lesen auf –> Café Raimann.

 

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Wie jedes Jahr publiziert Planet-Vienna hier das Konzertprogramm im goldenen Saal des Wiener Musikvereins  mit objektiven und subjektiven Ausführungen zu den einzelnen Werken.
Diesmal steht wieder Mariss Jansons am Dirigentenpult (2006, 2012, 2016). Jansons ist Chefdirigent des Chors und Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und des Amsterdamer Concertgebouw Orchesters.
Was die Werkwahl bezüglich der Strauss-Familie betrifft, enthält das Programm keine besonderen Überraschungen. Bis auf ein zwei Ausnahmen war alles schon mal da, teils mehrmals und in jüngerer Zeit. Ich frage mich, ob die Verantwortlichen überhaupt auf die zuvor gespielten Werke schauen, wenn sie ihr Programm gestalten? Die Strauss-Brüder haben zusammen über 1000 Walzer und Polkas komponiert. Es sollte doch machbar sein, eine etwas grössere Diversität in die Programme zu bringen und sie aufregender zu gestalten.
Dafür aber hat Janssons diesmal mit Robert Stolz und – was besonders erfreulich ist – Emile Waldteufel zwei „exotische“ Komponisten berücksichtigt. Warum aber Waldteufel erst jetzt zum Zuge kommt, wo doch 2015 sein 100. Todestag war, ist mir schleierhaft.

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Am Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2016 werden gespielt:

Robert Stolz – UNO Marsch … Fulminant und festlich wird das Programm mit dem „Überraschungsgast“ Robert Stolz eröffnet. Vom Amerikanischen Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger Ralph Bunche (1904-1971) zur Komposition animiert, schrieb Stolz diesen Marsch als Widmung für die Vereinten Nationen. Dieses Werk sollte unbedingt weiter hinten im Programm stehen, ist es doch nicht von besonders wienerischer Koloratur, sondern erinnert eher an die zackigen Preussen-Märsche. So ein Konzertbeginn wird das Publikum irritieren. Ob der Marsch gewählt worden ist in Gedenken an die erste UN-Generalversammlung vor genau 70 Jahren?

Johann Strauss Jun. – Schatz-Walzer, op.418 … Der 1885 komponierte Walzer mit Motiven aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ gehört zu den berühmtesten und meistgespielten vom Johann. Aber sowohl das Hauptthema als auch die weiteren Walzerteile sind so beschwingt und populär, dass man den Schatz-Walzer ruhig zum mehrfach wiederholten Male bringen kann an einem Neujahrkonzert.

Johann Strauss Jun. – Violetta, Polka op.404 … Eine liebliche Polka, selten gespielt, darum eine schöne Wahl. Der Name bezieht sich auf die weibliche Hauptfigur in der Operette „Der lustige Krieg„. Die Musik zitiert unter anderem das Duett „Von einem Mann liess ich mich küssen“. Am 15. Januar 1882 wurde das Stück genau da uraufgeführt, wo es jetzt wieder erklingt: im Musikverein.

Johann Strauss Jun. – Vergnügungszug, Polka op.281 … Die Schnellpolka war 2001 zum letzten Mal im Programm. Die Polka gehört in die Sparte der so genannten „Eisenbahnmusik“. Strauss schrieb sie 1864 als Reminiszenz an das wachsende Eisenbahnnetz. Allmählich begann auch der Tourismus auf den Schienen zu florieren, Eisenbahnzüge waren nicht mehr nur für den Warentransport gedacht. Mit „Vergnügungszügen“ wollte man die Bevölkerung dazu animieren, mit der Bahn zu reisen.

Carl Michael Ziehrer – Weanar Madl’n, Walzer op.388 … Grosse Freude herrscht !! Erstens weil wieder Ziehrer gespielt wird, der meiner Ansicht wienerischste aller Wiener. Und zweitens, weil es dieser bezaubernde Walzer ist, zu recht Ziehrers berühmtester. So berühmt und legendär, dass Willi Forst 1944 die Geschichte dazu in „Wiener Mädeln“ verfilmt hat. Ich darf an dieser Stelle platzieren, dass mein „wien-erprobtes“ Ohr kaum einen anderen Walzer kennt, der den Wiener Spirit und die Wiener Lebens- und Tanzlust so vorzüglich wiedergibt wie die „Weanar Madl’n“. Bin gespannt, ob die Philharmoniker das hinreissende 4. Walzermotiv in ihrer Version wiederholen oder nicht. Der Walzer wurde zum ersten Mal am 23. Januar 1888 in Drehers Etablissement in Wien gespielt zusammen mit der Kapelle des Hoch- und Deutschmeisterregiments.

Eduard Strauss – Mit Extrapost, Polka op.259 … Der jüngste der Strauss-Brüder starb auch zuletzt, nämlich 1916. Somit feiern wir heuer seinen 100. Todestag. Dass Edi in diesem Prgramm schon wieder wenig berücksichtigt wird mit lediglich zwei einfachen Polkas, ist recht fragwürdig. Eduards Oeuvre umfasst auch zahlreiche hinreissende Konzertwalzer. Wo sind die geblieben in all den vergangenen Jahren?? „Extrapost“ ist eine flotte kleine Polka, die deutlich Edis Handschrift trägt.

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PAUSE….PAUSE….PAUSE….PAUSE
(Film „Zauberhaftes Salzburg“ im TV)

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• Johann Strauss Jun. – Ouvertüre zu „Eine Nacht in Venedig“ … Die Operette „Eine Nacht in Venedig“ ist neben „Der Zigeunerbaron“ und „Die Fledermaus„, Strauss‘ populärstes und meist aufgeführtes Bühnenwerk. Die Ouvertüre war am Neujahrskonzert von 2009 bereits wiederholt im Programm, und jetzt (leider) schon wieder. So schön sie ist – es gäbe weitere Ouvertüren von Strauss, die weniger bekannt, aber genauso toll sind. Verpasste Chance.

• Eduard Strauss – Ausser Rand und Band, Polka op.168 … Das zweite und letzte Werk des Jubilaren ist wieder eine Schnellpolka. Flott und rassig, wies der Titel verspricht. Sowohl der erste Beitrag als auch dieser ist kaum repräsentativ für das verkannte Talent des jüngsten Strauss-Bruders. Eine weitere verpasste Chance. (Balletteinspielung des Wiener Staatsballetts, aufgenommen im Prater und in Schönbrunn)

Josef Strauss – Sphärenklänge, Walzer op.235 … Schon wieder eine Nummer, die erst 2009 im Programm war. Zugegeben eine der wundervollsten Kompositionen von Josef, aber halt auch eine der populärsten. Wies der Name verrät, handelt es sich bei diesem Walzer um ein schwelgerisches Tongedicht mit herrlichen Harmonien.

Johann Strauss Jun.Sängerlust, Polka op.328 (Mit den Wiener Sängerknaben) … Eine nette, einfache Polka vom Walzerkönig, die sowohl gesungen als auch rein orchestral gleichermassen lieblich ist. Die Wiener Sängerknaben werden das bestimmt wunderbar hinkriegen.

• Josef Strauss – Auf Ferienreisen, Polka op.135 (Mit den Wiener Sängerknaben) … Schneller und flotter als die Sängerlust ist diese Polka. Man darf gespannt sein, wie es wirkt, wenn sie gesungen wird.

Johann Strauss Jun. – Entr’acte aus der Operette „Fürstin Ninetta“ … Wies der Titel sagt, ist es ein Intermezzo. Heute ist diese Operette weitgehend vergessen, obwohl sie damals sehr erfolgreich war und 76 Mal aufgeführt wurde. Das gemächliche Intermezzo bringt etwas Ruhe ins Programm, bevor es sehr beschwingt weiter geht mit der nächsten Nummer.

Emile Waldteufel – España, Walzer op.236 … Für mich der Höhepunkt dieses Programms. Es ist meines Wissens das erste Mal überhaupt, dass Waldteufel am Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker erklingt. Bravo! Vom sympathsichen Elsässer kennt man heute fast nur noch drei Werke, namentlich „Die Schlittschuhläufer“, „Estudiantina“ und eben „España“, das wir hier vorgeführt kriegen. España basiert auf der furiosen gleichnamigen Rhapsodie von Emmanuel Chabrier, welche 1883 herausgegeben wurde. Durch Emile Waldteufels Vertrag mit Hopwood & Crew war es ihm erlaubt, Arrangements mit Melodien anderer Komponisten zu schreiben. So schreib Waldteufel Melodien der Chabrier-Rhapsodie zu einem ungemein elektrisierenden Walzer um, der bezüglich Schwung und Vervé seinesgleichen sucht. Neben den „Weaner Madl’n“ von Ziehrer ist „España“ der treibendste und flotteste Walzer an diesem Konzert. Waldteufel, einer meiner drei Lieblingskomponisten überhaupt, hatte 2015 seinen 100. Todestag. Darum finde ich es – wie oben bereits erwähnt – seltsam, dass er erst 2016 zu seinem ehrenvollen Debut kommt.

• Joseph Hellmesberger Sen. – Ballszenen-Walzer … Herr Hellmesberger scheint sich in den letzten Jahren einen fixen Platz im Programm ergattert zu haben (warum eigentlich?). Auf diesen Beitrag hier freue ich mich sehr! Die Ball-Szenen muten an wie ein Charakterstück. Das einmalig schöne, sehr lebendige Hauptthema stellt die Spieler vor eine respektable technische Herausforderung. Es ist kaum tanzbar…

• Johann Strauss Vater – Seufzer-Galopp, op.9 … Populäres Stück, zu populär und auch nicht besonders aufregend. Und vor allem nicht wirklich repräsentativ für die hohen kompositorischen Fertigkeiten von Strauss-Senior. Es gäbe so herrliche Walzer, soviele einfallsreichere Galoppen und Polkas von ihm – die man noch nie gehört hat am Neujahrskonzert.

• Josef Strauss – Die Libelle, Mazurka op.204 … Die Inspiration zu dieser gemächlichen Mazurka von hat Josef Strauss in der Natur geholt, in der er sich besonders gerne aufhielt. Tondichterisch zeichnet er den Flug einer Libelle, wie sie über die saftige Wiese schwebt. Am 21. Oktober 1866 führte Strauss „Die Libelle“ im Volksgarten zum ersten Mal auf.

Johann Strauss Jun. – Kaiserwalzer op.437 … Das Monumentalwerk unter Johanns Konzertwalzern. An den Neujahrskonzerten wiederholt im Programm und somit keine Überraschung. Man hätte heuer gerne darauf verzichten dürfen und an seiner Stelle etwas Spannenderes von Johann setzen können. Dennoch wirds dem Publikum gefallen, da wohlvertraut. (Balletteinspielung des Wiener Staatsballetts, aufgenommen im Prater und in Schönbrunn)

Johann Strauss Jun. – Auf der Jagd, Polka op.373 … Schon wieder? 2010 war diese Polka erst zum letzten Mal im Programm. Etwas wie beispielsweise die Vöslauer-Polka hätte an dieser Stelle besser gepasst.

Johann Strauss Jun. – Im Sturmschritt, Polka op.348 … Eine ebenso flotte, lebendige Polka als Zugabe… schön.

Johann Strauss Jun. – An der schönen blauen Donau, Walzer op.314 … Alle Jahre wieder. Informationen hier.

Johann Strauss Vater – Radetzky-Marsch, op.228 … Wie gewohnt besiegelt der zackgie Marsch das Neujahrskonzert.

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Einige schöne Momente fürs Auge, und es waren teils gute und starke Stimmen dabei. Aus musikalischer Sicht war es unter dem Strich einmal mehr ein fader Einheitsbrei aus völlig nichtssagenden Liedern, von denen kein einziges im Ohr nachklingt. Einfach nur langweilig und grottenschlecht.

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Am 1. Jänner wird Zubin Metha zum fünften Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dirigieren. Seit geschlagenen 50 Jahren arbeitet das Wiener Orchester eng mit dem gebürtigen Inder (*1936) zusammen. Das Konzert wird laut Angaben der Philharmoniker eine Würdigung an den Dirigenten sein.

Eine ganz besondere Würdigung jedoch vermisse ich am Neujahrskonzert 2015, wo ja zuweilen Geburts- oder Todestagen von Komponisten mit einem ihrer Werke gedacht wird. 2015 jährt sich der Todestag eines der grössten französischen Komponisten des U-Musik-Genres: Emile Waldteufel (1837-1915) hat eine beachtliche Zahl an Walzern, Polkas und Märschen geschrieben, von denen viele den Werken aus Österreich das Wasser reichen können. Eine kleine Würdigung an Waldteufel an diesem Neujahrskonzert wäre schön gewesen. Angeblich war ursprünglich die „Valse Triste“ von Jean Sibelius (1865-1957) anlässlich dessen 150. Geburtstages geplant gewesen. Diese Nummer wurde jedoch durch die Annen-Polka von Strauss Jun. ersetzt. Wegen Unstimmigkeiten mit dem Verlag, hiess es.

Obschon das Programm mindestens fünf Werke umfasst, die überhaupt zum ersten mal im Rahmen eines Neujahrskonzerts gespielt werden, ist die Werkwahl nur mässig aufregend, geschweige denn diversifiziert. Bis auf Franz von Suppé und (erstaunlicherweise) abermals Hans Christian Lumbye beschränkt sich alles auf die Strauss-Familie. Kein Joseph Lanner diesmal und erneut kein Carl Michael Ziehrer. Immerhin werden einige weniger bekannte Kompositionen gespielt. Lediglich mit den Dorfschwalben, Perpetuum Mobile, Wein, Weib,Gesang un der Annen-polka gibt es je eine populäre Darbietung, abgesehen von den Standardzugaben (Donauwalzer, Radetzky-Marsch). Dennoch: Dieses Programm verspricht keine wirklichen Höhepunkte. Schade. Ich hätte da Zubin Metha etwas mehr Kreativität und Einfallsreichtum zugetraut. So viele verpasste Chancen…

Am Neujahrskonzert 2015 werden gespielt:

1. Franz von Suppé  – Ouverture “Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien” … Mit einer Ouvertüre wird das Neujahrskonzert eröffnet. Gute Idee und schön, dass es sie von einem Komponisten ist, der an den Neujahrskonzerten selten zu hören ist… Franz von Suppé hatte sich allein mit seinen zahlreichen Ouvertüren einen Namen gemacht. Viele von ihnen haben nichts an Bekanntheit verloren, während das dazugehörende Bühnenwerk heute so gut wie vergessen ist. Dazu gehört auch das zweiaktige Lustspiel „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“ aus dem Jahre 1844. Die Ouvertüre dazu ist voller Leidenschaft und hingebungsvoller sowie sehr lebendiger Melodien aus der Anfangszeit der goldenen Operettenära.

2. Johann Strauss Sohn – Märchen aus dem Orient; Walzer op.444 … Und weiter gehts mit dem Walzerkönig und einem eher weniger bekannten Walzer… Widmungskompositionen brachten den Urhebern nicht selten hochbegehrte Orden ein. Johann Strauss war regelrecht scharf auf diese Auszeichnungen. Er nutzte die Gunst der Stunde und widmete dem Regenten von Konstantinopel, Sultan Abdul Hamid-Khan, zu dessen 50. Geburtstag diesen hinreissenden Walzer. Die Uraufführung erfolgte am 27. November 1892 im Musikverein. Der Beifall war so gross, dass Strauss den Walzer dreimal wiederholen musste. Strauss hat den erwarteten Orden zwar erhalten, aber erst drei Jahre nach der Uraufführung.

3. Josef Strauss – Wiener Leben; Polka op.218 … Die reizende Polka hat Josef Strauss für einen grossen Maskenball am 18. Februar 1867 im Etablissement Schwender geschrieben, welcher unter dem Motto „Wiener und Pariser Leben“ stand. Die Bälle bei Schwender waren jeweils sehr gut besucht, und die grossen Räumlichkeiten boten mehreren tausend Personen Platz. Das Werk erhielt vorerst keine besondere Aufmerksamkeit, aber später – vor allem im Sommer selben Jahres – tauchte es immer wieder in den Programmen auf.

4. Eduard Strauss– Wo man lacht und lebt; Polka op.108 … Der „schöne Edi“ war das „Schlusslicht“ im Dreierteam der Strauss-Söhne. Seine Opus-Liste konnte sich nie mit derjenigen von Johann oder Josef messen. Dennoch hat Eduard ein bemerkenswertes Talent zutage gebracht und eine Reihe hinreissender Kompositionen hingezaubert. Darunter zahlreiche Schnellpolkas, die es wahrlich in sich haben. Diese hier gehört dazu. Sie ist eine weitgehend vergessene, entstanden im Jahre 1873.

5. Josef Strauss – Dorfschwalben aus Österreich; Walzer op.164 … Einer von Josefs berühmtesten une meistinterpretierten Walzern. Zu Recht, besticht das Werk doch als bezauberndes Tongedicht von Anfang bis Schluss. Dem Walzer zugrunde liegt höchstwahrscheinlich das gleichnamige Buch von August Silberstein. Es ist ein Band mit lauter Dorfgeschichten, charakteristisch und das Gemüt der Landbevölkerung wiedergebend. Das Buch war im deutschsprachigen Raum sehr erfolgreich. Josef Strauss holte seine Inspiration zu seinem Walzer aus den kleinen, heiteren Gschichterl’n. Den Walzer widmete Strauss selbstverständlich dem Herrn Silberstein. Josef Strauss‘ Dorschwalben aus Österreich ist eines der deutlichsten Beispiele an Kompositionen, in denen der biedermeierliche Wiener Ländlerstil und der hochentwickelte Wienerwalzer miteinander meisterhaft verschmelzen. Am 6. September 1864 wurde der Walzer im Volksgarten uraufgeführt.

6. Johann Strauss Sohn – Vom Donaustrande; Polka op.356 … Die Operette „Carneval in Rom“ wurde 1873 uraufgeführt. Es war das Jahr der grossen Weltausstellung. „Vom Donaustrande“ hat Johann Strauss aus Melodien der Operette zusammengestellt. Um sie in Verbindung mit der Weltausstellung zu bringen und nicht mit der Handlung der Operette, verpasste er der Polka diesen Titel. Am 6. April 1873 wurde die Polka an einem Jubiläumskonzert – 50 Jahre Strausskapelle – uraufgeführt. Der Erfolg war riesig.

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7. Johann Strauss Sohn – Perpetuum mobile („ein musikalischer Scherz“); Polka op.257 … Dieser „musikalische Scherz“ oder auch „charakteristisches Fantasiestück für Orchester“ ist eine besonders populäre Nummer des Walzerkönigs. Rasant, neckisch und gar mit viel Schalk nimmt er indirekten Bezug auf die technische Konstruktion, die sich aus eigenem Antrieb, also ohne externe Energiezufuhr, unendlich lange bewegen soll. Der Bezug ist insofern indirekt, als Strauss damit auf einen wahren Ballmarathon im Januar 1861 anspielt. Gleich drei Bälle in Folge, nacheinander geleitet von jeweils einem der drei Strauss-Brüder, mit über 50 Tänzen katapultierten das tanzwütige Wien in einen wahren Festrausch. Nonstop-Tanz, unaufhörliche Bewegung, oder eben auf gut Latein „perpetuum mobile“. Johann Strauss sah sich nach diesem Dreifachball animiert, rückblickend darauf diese Schnellpolka zu komponieren. Uraufgeführt wurde sie am 4. April 1861 in Schwenders Casino in Rudolfsheim. Zwar hielt sich das Interesse an dieser Komposition im damaligen Wien nicht lange. Dafür ist es heute umso beliebter.

8. Johann Strauss Sohn – Accelerationen; Walzer op.234 … Die Strauss-Brüder waren sehr an den technischen Entwicklungen ihrer Zeit interessiert und haben so manche Aspekte daraus in ihre Kompositionen einfliessen lassen. Der Walzer „Accelerationen“ ist ein solches Beispiel. „Akzeleration“ ist ein Begriff aus der Physik und bedeutet Beschleunigung. Und entsprechend hat Strauss den Walzer arrangiert. Schneller werdend im Hauptmotiv und dann wieder rallentierend in späteren Partien. Alles fein aufeinander abgestimmt. Einer Anekdote zufolge soll Strauss die Idee zu diesem Walzer spontan auf der Rückseite einer Speisekarte notiert haben. Strauss hat dies nie bestätigt, aber auch nicht abgestritten. Fakt ist, dass er den Walzer für den Technikerball am 14. Februar in den Sofiensälen geschrieben hat.

9. Johann Strauss Sohn – Elektro-magnetische Polka; op.110 … Es ist ein Frühwerk des jungen Johann, uraufgeführt am ersten Technikerball am 11. Februar 1852 ebenfalls in den Sofiensälen. Analog zu den Accelerationen kommt hier Johanns Interesse an der Naturwissenschaft zum Ausdruck. Da der Elektromagnetismus damals noch nicht vollends erforscht war, mag er besondere Faszination auf die Gesellschaft ausgeübt haben.

10. Eduard Strauss – Mit Dampf; Polka op.70 … Auch Eduard teilte die Vorliebe für technische Angelegenheiten. Seine Schnellpolka bezieht sich sinngemäss auf eine Dampfmaschine, genauer auf eine Lokomotive. Das Sujet war zu jener Zeit besonders beliebt. Zahlreiche Kompositionen wurden der faszinierenden Kraft des Damfes gewidmet. Schon Joseph Lanner hat mit seinem Dampf-Walzer das Thema musikalisch aufgegriffen.

11.Johann Strauss Sohn – An der Elbe; Walzer op.477 … Es war der letzte Konzertwalzer Johanns, erschienen beim Seeling-Verlag in Dresden. Mehrmals war Strauss in Dresden, als er auf Konzertreise war. Daher darf dieser Walzer wohl als Widmungskomposition an den Fluss verstanden werden. Die genauen Hintergründe zur Entstehung dieser Komposition sind jedoch nie bekannt geworden. Die Uraufführung erfolgte nicht etwa in Dresden, sondern an einem Benfizkonzert am 28. November 1897 im Wiener Musikverein. Dirigiert wurde das Konzert zwar vom Bruder Eduard, aber für die Präsentation von „An der Elbe“ stieg Johann flugs selbst aufs Dirigierpodest. Der Walzer erntete Begeisterungswellen, verschwand in den Jahren danach jedoch von der Bildfläche und erlebte erst knapp 100 Jahre später sein Revival.

12. Hans Christian Lumbye – Champagner-Galopp; op.14 … Schon wieder? Die war doch bereits im Neujahrskonzert von 2010 im Programm. Lumbye hat bei Gott genug komponiert, das es wert ist, in Wien zu Neujahr aufgeführt zu werden! Wie einfallslos und unverständlich. Wie auch immer, schön ist sie alleweil, die Champagner-Galoppe, flott und hinreissend. Der symphatische Däne dirigierte sie zum letzen Mal eigenhändig im Jahre 1873. Sitzend, da altersgeschwächt.

13. Johann Strauss Sohn – Studenten-Polka; op.263 … 1862 organisierten die Studenten Wiens den ersten Studentenball. Ziel war es, die Finanzierung der Krankenversorgung für Studenten zu ermöglichen. Die Mission gelang, es zeigten sich auch Personen aus dem Hochadel gewillt, die Studenten zu unterstützen. Für den Ball erhielten sie gar die Erlaubnis, ihn in den kaiserlichen Redoutensälen in der Hofburg abzuhalten. Am 24. Februar 1862 also stieg das grosse Fest. Diese Polka war einer von zwei Beiträgen Johanns für diesen Anlass. Die Melodien dieser Polka gehen auf populäre Studentenlieder zurück.

14. Johann Strauss Vater – Freiheits-Marsch; op.226 … Vater Strauss kommt doch noch zu Ehren im offiziellen Programm, wenn auch „nur“ mit einem Marsch. Und dieser gehört sicher nicht zu seinen glanzvollsten Würfen. Man hätte ruhig an dieser Stelle noch etwas Grösseres vom Strauss-Vater wählen können! Der Marsch dürfte im Zusammenhang mit den Revolutionswirren um 1848 entstanden sein. Mehr ist nicht bekannt.

15. Johann Strauss Sohn – Annen-Polka; op.117 … Schade, dies ist ein Allerwelts-Gassenhauer von Strauss. Etliche Male schon gehört am Neujahrskonzert. Müsste wirklich nicht sein, auch wenn die Polka noch so reizend ist. Geschrieben anlässlich des Namenstages der hl. Anna (26. Juli), führte Johann Strauss diese Komposition am 24. Juli 1852 an einem Waldmusikfest im Prater auf, zu dem der Komponist neben allen anderen explizit die Damen mit dem Namen Anna einlud. Die Polka gefiel so sehr, dass sie etliche Male wiederholt werden musste. Sie ging als eines der populärsten Werke des Komponisten in die Geschichte ein.

16. Johann Strauss Sohn – Wein, Weib und Gesang; Walzer op.333 … Hier haben wir einen der berühmtesten Walzer Johanns, der auch heute noch zu den meistaufgeführten gehört. Er ist so schön und grossartig arrangiert, dass er immer mal wieder einen Platz verdient am Neujahrskonzert. Ähnlich wie der Donauwalzer hat Strauss „Wein, Weib und Gesang“ als Chorwerk für den Wiener Männergesangsverein komponiert. An dessen „Narrenabend“ am 2. Februar 1869 im Dianabad-Saal wurde der Chorwalzer uraufgeführt und begeistert angenommen. Das Publikum war so hingerissen und tobte vor Freude, dass die Aufführung mehrmals unterbrochen werden musste. Erstmals rein orchestral wurde der Walzer am 16. März selben Jahres an einem Promenadenkonzert im Pester Redoutensaal aufgeführt. Das Werk ist noch heute eines der meistinterpretierten des Walzerkönigs.

17. Eduard Strauss– Mit Chic; Polka op.221 … Ein reizendes Kleinod von Eduard zum Schluss des offiziellen Programms. Selten gehört und somit ein netter Abschluss.

Es folgen als Zugabe die Explosions-Polka op.43 , ein Frühwerk von Johann Strauss Sohn, und wie jedes Jahr „An der schönen blauen Donau“ und der Radetzky-Marsch.

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Ich habe ein grosses, helles, sehr schönes Zimmer erhalten im zweiten Stock zur Singerstrasse hinaus. Ich wusste, dass es zeitweilig geräuschvoll ist da inmitten des Geschehens, und das war völlig okay für mich.

Abgesehen von einer vergessenen Socke des Vorgastes unter dem Bett und einem übersehenen Fleck auf der Klobrille war alles einwandfrei, wie ich es von den Kremslehner Hotels bisher gewohnt bin.

Empfang war sehr freundlich und aufmerksam. Das Personal ist grundsätzlich angenehm höflich. Frühstück hat mir gefallen. Nettes Buffet mit einer anständigen Auswahl. Es dauerte allerdings recht lange, bis das Personal die benutzen Tische wieder hergerichtet hat – so schien es mir zumindest.

Ich kehre sehr gerne ins Royal zurück. Die Lage ist nicht zu überbieten. Das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmt.

 

Hotel Royal, Wien

Hotel Royal, Wien

Hotel Royal, Wien

Hotel Royal, Wien

Hotel Royal, Wien

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Topazz ist TOP


Ich habe drei Nächte im Topazz verbracht. Fazit: Hier kann ich beim besten Willen absolut nichts Negatives finden. Dass die Zimmer nicht sehr gross sind, ist nicht erwähnenswert. Der Platz ist optimal genutzt, und das riesige ovale Fenster wirkt dem bestens entgegen. Das Bad ist sehr gross und verfügt über herrliche Armaturen.

Das ganze Hotel macht einen blitzblank sauberen und gepflegten Eindruck. Das Personal ist ausserordentlich freundlich, aufmerksam und hilfsbereit. Lage: unschlagbar. Ich kann das nagelneue Designerhotel am Hohen Markt vorbehaltslos weiterempfehlen.

Der Frühstückspreis von 25 EUR mag vielleicht etwas hoch angesetzt sein, aber zum Frühstücken gehe ich in Wien prinzipiell ausser Haus. Daher kann ich beim Topazz nichts dazu sagen. Danke für den perfeten Aufenthalt

Hotel Topazz

Hotel Topazz

Hotel Topazz

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